Stand: 13.02.2019 16:45 Uhr

Zahl der verendeten Trottellummen steigt weiter an

An der deutschen Nordseeküste haben Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erneut viele verendete Trottellummen entdeckt. Anfang der Woche seien bei Kontrollen auf den Ostfriesischen Inseln insgesamt 55 tote Vögel gefunden worden, sagte eine Ministeriumsprecherin. Bei Kontrollgängen in der zweiten Januarhälfte waren bereits 47 verendete Trottellummen aufgelesen worden, Anfang Januar waren es 11. "Die Zahlen sind auffällig, aber nicht dramatisch", betonte die Sprecherin. Die nächsten Kontrollgänge sollen Ende Februar stattfinden.

Ursache für Tod der Tiere weiter unklar

Woran die Vögel verendet sind, ist nach wie vor unklar. Mehrere Tiere werden derzeit noch vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) und der Tiermedizinischen Hochschule Hannover auf mögliche Giftstoffe untersucht. Hierbei steht auch die Frage im Raum, ob die Havarie der "MSC Zoe", bei der Container mit gefährlichem Peroxid über Bord gegangen waren, eine Rolle spielen könnte. Erste pathologische Untersuchungen hätten keine Verformungen des Magen-Darm-Traktes gezeigt, es sei kein Plastik in den Mägen gefunden worden, so die Sprecherin. Auch Tests auf Bakterien und Viren seien ohne Befund geblieben.

Situation in den Niederlanden dramatischer

In den Niederlanden waren in der vergangenen Woche sogar Tausende Trottellummen tot gefunden worden. Das NLWKN steht daher in engem Austausch mit den Behörden im Nachbarland. Laut Umweltministerium gab es in der Vergangenheit immer wieder Jahre, in denen im Winter und nach Stürmen viele verendete Trottellummen gefunden wurden. So seien beispielsweise im Januar und Februar 1999 auf den Ostfriesischen Inseln insgesamt 438 tote Tiere angespült worden. Die Ursachen wurden damals nicht geklärt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.02.2019 | 16:00 Uhr

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