Stand: 28.07.2020 10:55 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Städte werten Abbiegespiegel als Erfolg

Die Spiegel warnen die Fahrer von Lastwagen vor Personen im toten Winkel.

Die Installation von Abbiegespiegeln hat sich in Oldenburg und Göttingen bislang ausgezahlt. An den Ampelkreuzungen, an denen die Spiegel seit dem vergangenen Jahr aufgehängt wurden, seien keine Radfahrer mehr im toten Winkel von rechtsabbiegenden Lkw erfasst worden, teilten beide Städte mit. In Oldenburg waren acht und in Göttingen vier unfallträchtige Kreuzungen mit den runden, gewölbten Trixi-Spiegeln ausgestattet worden. Schon seit rund sechs Jahren macht Osnabrück gute Erfahrungen mit den Spiegeln, die an den meisten Kreuzungen der Stadt installiert sind.

Keine Unfälle an Kreuzungen mit Spiegel

In Oldenburg wurden in Zusammenarbeit mit der Polizei Kreuzungen ausgesucht, an denen es in der Vergangenheit Unfälle mit Radfahrern gab. Installiert wurden bis April dieses Jahres dann Spiegel eines Anbieters, die über die Stromversorgung der Ampeln gegen ein Vereisen im Winter auch beheizt werden können. "Fakt ist, dass es dort keine Unfälle mit Personenschäden mehr gegeben hat", sagte Stadtsprecher Stephan Onnen. "Beim Blick auf die Ampel sehen die Fahrer, ob sich jemand neben dem Fahrzeug befindet." Es sei aber nicht geplant, sämtliche Kreuzungen mit den Spiegeln auszustatten.

Abbiegeassistenten erst ab 2022 Pflicht

Erfunden wurden die Spiegel 1994 von einem Mann, dessen damals zwölfjährige Tochter von einem abbiegenden Betonmischer überrollt wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt. Flächendeckend rüstete Freiburg im Breisgau bereits vor elf Jahren Kreuzungen mit den Spiegeln aus und zog danach ein positives Fazit. Auch München will nun welche installieren. Mit dem Aufhängen der Spiegel wollen die Städte Radfahrern mehr Sicherheit bieten, bis alle Lastwagen und anderen großen Fahrzeuge mit einem Abbiegeassistenten ausgerüstet sind. Ab 2022 werden diese in der EU Pflicht, viele Speditionen und Kommunen rüsten ihre Fahrzeuge bereits jetzt nach.

"Bike-Flash" bislang nur in Garbsen

Keine Nachahmer hat dagegen bislang das Ende 2018 in Garbsen (Region Hannover) installierte Schutzsystem namens "Bike-Flash" gefunden. Mit Hilfe von Wärme-Sensoren können Radfahrer und Fußgänger ab einer Entfernung von 40 Metern vor einer Kreuzung erkannt werden. An einem Mast blinken dann vier Leuchten, die vor allem abbiegende Lastwagenfahrer, aber auch Autofahrer warnen sollen. Die Region Hannover wertet den Erfolg der rund 34.000 Euro teuren Anlage noch aus, ehe der "Bike-Flash" möglicherweise auch in anderen Kommunen installiert werden soll.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 28.07.2020 | 10:30 Uhr

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