Stand: 12.04.2020 17:29 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Schwimmendes Klassenzimmer legt in Cuxhaven an

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Die Willkommensfreude musste eine Geduldsprobe bestehen - die Eltern durften ihre Kinder nur nacheinander in Empfang nehmen.

Nach einem halben Jahr auf See haben 27 Schülerinnen und Schüler mit der Dreimastbark "Pelican of London" am Ostersonntag in Cuxhaven festgemacht. Nach zwei Atlantiküberquerungen und sechs Monaten Unterricht auf See hatten sich die Jugendlichen das Ende ihres Abenteuers eigentlich anders vorgestellt. Ursprünglich sollte Bordeaux den Endpunkt der Reise markieren. Weil die Häfen in Frankreich aber aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sind, wichen die Jugendlichen kurzerhand nach Cuxhaven aus. Dadurch verlängerte sich die Reise um wenige Tage. Unter strengen Seuchenschutz-Maßnahmen und begleitet von zahlreichen Freudentränen wurden die Jugendlichen von ihren Eltern in Empfang genommen.

Schwimmendes Klassenzimmer kehrt zurück

Hallo Niedersachsen -

Nach einem halben Jahr Unterricht auf See sind 27 Schüler am Sonntag nach Cuxhaven zurückgekehrt. Unter strengen Schutzmaßnahmen lief der Großsegler im Hafen ein.

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Willkommen - anders als gedacht

Auf gemeinsame Willkommensmomente mussten die Jugendlichen allerdings verzichten. Die Polizei ließ immer nur zwei Autos von Eltern an den Anleger vorfahren und Kinder und Gepäck in Empfang nehmen. Dann machten sich die Familien auf die Rückreise an ihre Wohnorte in ganz Deutschland. Die Corona-Pandemie hatte laut dem Geschäftsführer der Firma Ocean College, Johan Kegler, bereits die letzten Wochen auf dem Großsegler bestimmt. Auf dem Schiff seien die Jugendlichen vor Infektionen mit dem Coronavirus geschützt, die Stimmung sei gut gewesen, so Kegler. Man sei "auf See gefangen und doch freier als an Land", schrieb ein Schüler im Reiseblog. Und eine Mitschülerin schrieb: "Wie immer unsere Ankunft aussehen wird, wir werden sie genießen."

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Nautik im Mathe-Unterricht

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Beim Navigieren zeigt sich, wie wichtig Mathematik sein kann.

Die 27 Schülerinnen und Schüler hätten die "Pelican of London" selbstständig durch den Ärmelkanal navigiert, sagte Ocean-College-Geschäftsführer Kegler. Kapitän Chris Blake und seine Crew hätten die Fahrt lediglich überwacht. Die "Schule unter Segeln" verbinde Fachunterricht und Praxis, so Kegler. Beispielsweise lernten die Jugendlichen in Mathematik auch nautische Fähigkeiten. "Kompass zudecken, GPS aus und dann nach den Sternen steuern." Die englische Sprache hätten die Kinder täglich in der Kommunikation mit der Stammcrew praktiziert und in Mittelamerika gab es einen Spanischkurs. Die meisten Teilnehmer besuchten die zehnte Klasse.

Teure Reise für Besserverdiener

Die sechsmonatige Reise mit der schwimmenden Ersatzschule kostet laut Website 25.000 Euro. Ocean College ist nicht der einzige Veranstalter der solche Reisen für Jugendliche anbietet. Auch auf der "Alexander von Humboldt II" (Heimathafen Bremerhaven), der "Fritjof Nansen" (Hamburg) oder der "Roald Amundsen" werden ähnliche Törns angeboten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.04.2020 | 15:00 Uhr

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