Stand: 10.01.2018 11:40 Uhr

Schiff bewacht seit April freigespültes Seekabel

Ein solches Seekabel ragt im Wattenmeer vor Borkum aus dem Meeresboden.

Es ist vermutlich der langweiligste Job, den es derzeit vor der Nordseeküste gibt: Seit April harrt das niederländische Verkehrssicherungsschiff "Faxaborg" mit vier Besatzungsmitgliedern im Wattenmeer vor Borkum aus, um Schiffe vor einer ungewöhnlichen Gefahrenstelle zu warnen. Der Grund für den Einsatz: Auf einer Länge von rund 200 Metern ragt seit einem Jahr ein Seekabel aus dem Boden heraus, das den Offshore-Windpark Riffgat mit dem Festland verbindet. Netzbetreiber Tennet bestätigte das Problem erst jetzt.

Tennet: Keine Gefahr durch Kabel

Das 50 Kilometer lange Kabel war vor vier Jahren mit großem Aufwand drei Meter tief unter dem Meeresboden verlegt worden. Die Verantwortlichen machten ihre Rechnung damals allerdings offenbar ohne die Kräfte der Natur, denn die raue Nordsee spülte einen kurzen Abschnitt auf halber Strecke zwischen Borkum und der Küste wieder frei. Nach Angaben einer Tennet-Sprecherin dürfe das natürlich nicht sein. Eine konkrete Gefahr gehe von dem herausguckenden Kabel allerdings nicht aus. Vorsichtshalber engagierte das Unternehmen aber trotzdem die "Faxaborg", die nun schon fast ein dreiviertel Jahr rund um die Uhr aufpasst, dass sich acht Meter unter der Wasseroberfläche kein Fischernetz oder Anker in dem Kabel verfängt.

Kosten sind Betriebsgeheimnis

Der monotone Einsatz der niederländischen Seeleute wird voraussichtlich bis zum Sommer andauern. Dann soll das Kabel wieder unter dem Meeresboden verschwunden sein. Am besten Verfahren tüftelt der Netzbetreiber noch. Nach Angaben der Sprecherin soll entweder ein Tauchroboter oder ein Kabelspülschiff eingesetzt werden. Die richtige Lösung zu finden sei keine einfache Aufgabe. Was der gesamte Einsatz - indirekt auch den Stromkunden - kostet, wollte die Sprecherin nicht sagen. Das sei ein Betriebsgeheimnis.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.01.2018 | 08:00 Uhr

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