Ein Arzt berät einen Patienten © colourbox

Corona in Vechta: Hausarzt behandelt trotz Symptomen weiter

Stand: 11.02.2021 16:44 Uhr

Der Corona-Ausbruch im Landkreis Vechta geht nach Einschätzung des niedersächsischen Krisenstabs unter anderem auf einen infizierten Arzt zurück. Er soll trotz Symptomen Patienten behandelt haben.

Das Gesundheitsamt untersuche aktuell mehr als 200 Patienten, die der Arzt in dieser Zeit noch betreut hat, sagte Krisenstabsleiter Heiger Scholz am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtags. Scholz sprach von einem besonders peinlichen Fall: "Da fällt einem nicht mehr viel zu ein."

Praxis wurde Ende Januar geschlossen

Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen ist allerdings derzeit nicht bekannt, inwieweit sich die 200 Patienten tatsächlich bei dem Arzt angesteckt und Einfluss auf das aktuelle Infektionsgeschehen haben. Das Gesundheitsamt in Vechta hatte die Arztpraxis im Januar kontrolliert. Weil dabei verschiedene Mängel aufgefallen waren, habe man die Praxis schließen müssen, hieß es im Januar aus dem Kreishaus. Pikantes Detail in dem Fall dürfte sein, dass der Mediziner kurz zuvor in einem langen Leserbrief ausgeführt hatte, dass Corona nicht viel mehr als eine Erkältung sei, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete.

Frisch gebackene Mutter verbreitet das Coronavirus

Mittlerweile ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Vechta erneut die höchste in ganz Niedersachsen. Immerhin ist sie am Donnerstag wieder unter die 200-Marke gesunken. Der Krisenstab der Landesregierung geht aktuell von drei Infektionsketten aus. Neben dem Hausarzt gehe eine weitere Kette auf eine junge Mutter zurück, die nach der Geburt ihres Kindes nacheinander mehrere Freunde und Verwandte zu Besuch hatte. Dies sei zwar gemäß der Corona-Regeln geschehen, habe aber dennoch zur Verbreitung des Virus beigetragen. Darüber hinaus hatten sich laut Krisenstab mehrere Angehörige von Beschäftigten in Behindertenwerkstätten in der Region angesteckt.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 11.02.2021 | 15:00 Uhr

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