Stand: 25.03.2020 11:55 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Corona: Letzte Touristen verlassen die Inseln

Wer sich trotz des Verbots als Tourist auf einer der Ostfriesischen Inseln aufhält, muss mit einer Strafanzeige rechnen.

Die letzten Urlauber müssen bis heute Abend die Ostfriesischen Inseln Langeoog, Spiekeroog und Borkum wegen der Corona-Pandemie verlassen. Polizei und Ordnungsdienste kontrollieren Ferienwohnungen und Häuser, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Wer der Abreise-Aufforderung nicht nachkommt, macht sich nach dem Infektionsschutzgesetz strafbar. Das ist schon jetzt auf den Inseln Norderney, Juist, Baltrum und Wangerooge der Fall. Dort mussten Touristen bis Sonntag die Heimreise antreten. Ab Donnerstag dürfen sich dann auf allen Ostfriesischen Inseln sowie an der Küste nur noch Menschen aufhalten, die dort ihren Hauptwohnsitz haben oder dort arbeiten. Auch Bauarbeiter und Handwerker dürfen nur für Notfälle auf die Inseln kommen.

Touristen raus! Norderney macht Druck

Hallo Niedersachsen -

Der Inselbürgermeister von Norderney hat einen Brandbrief an Ministerpräsident Weil geschrieben: Helfen Sie uns, die Touristen von den Inseln zu bekommen!

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Nicht genug Intensivbetten

Ein Grund für die Räumung ist der Mangel an Kapazitäten der Intensivmedizin auf den Inseln. Sie sind nicht für eine große Urlauberzahl ausgelegt. Trotz eindringlicher Warnungen hatten manche Touristen die Frist bis zuletzt ausgereizt. Das sorgte für Unmut. "Es gibt auch eine Zeit nach der Krise", sagte Norderneys Bürgermeister Ulrichs. "Wir freuen uns über jeden Gast, der dann wiederkommt. Aber für die kommende Zeit bitten wir um Verständnis."

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Auf Spiekeroog gibt es aktuell zwei bestätige Corona-Fälle. Laut Bürgermeister Matthias Piszczan (CDU) ist eine Person von der Insel mit ihrer Familie in häuslicher Quarantäne. Außerdem wurde eine Touristin positiv getestet. Sie bleibt ebenfalls in Quarantäne. Der erste Infektions-Fall auf Langeoog ist dagegen laut Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos), inzwischen wieder gesund.

Ausgangsperren auf Norderney, Juist und Baltrum

Horn und ihre Bürgermeister-Kollegen der anderen Inseln mahnen die Insulaner, auf Einkäufe auf dem Festland und Fahrten dorthin zu verzichten. Jeder unnötige Kontakt müsse vermieden werden. Wie in ganz Deutschland gilt auch auf den Inseln seit Montag ein weitreichendes Kontaktverbot. Für Juist, Norderney und Baltrum hat der Landkreis Aurich Anfang der Woche zudem eine Ausgangssperre verhängt. Insulaner dürfen dort ihr Zuhause nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen und grundsätzlich auch nicht mehr aufs Festland fahren. Die anderen Landkreise setzen dagegen auf Freiwilligkeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.03.2020 | 17:00 Uhr

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