Stand: 27.07.2020 17:58 Uhr

Arktisches Meereis schmilzt: Historischer Wert

Eisschollen treiben auf dem Meer. © Alfred-Wegener-Institut Foto: Esther Horvath
Die von Meereis bedeckte Fläche in der Arktis ist auf einem historischen Tiefstand. (Archivbild)

Das arktische Meereis bedeckt derzeit eine historisch kleine Fläche: Wie das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Montag mitteilte, ist seine Ausdehnung auf den niedrigsten Juli-Wert seit Beginn der Satellitenmessungen Ende der 1970er-Jahre gesunken. Besonders weit habe sich das Eis vor der sibirischen Küste zurückgezogen.

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16 Prozent unter Sieben-Jahre-Mittelwert

In der russischen Arktis sind den Angaben zufolge etwa eine Million Quadratkilometer weniger von Meereis bedeckt als im Vergleich zum Mittelwert der vorherigen sieben Jahre. Das entspreche etwa 40 Prozent mehr eisfreiem Ozean. Insgesamt liege die Ausdehnung des Meereises in der Arktis mit sechs Millionen Quadratkilometern 16 Prozent unter dem Mittelwert der Jahre 2013 bis 2019. Im vergangenen Winter waren im Rahmen der Expedition "Mosaic" bei der Eisdicke bereits besonders niedrige Werte festgestellt worden.

"Die Konsequenz aus der Klimaerwärmung"

Im Juni sei eine Warmluftzelle hinzugekommen, die für extrem hohe Temperaturen in Sibirien sorgte und Eis schmelzen ließ. Ob der Trend sich bis zum jährlichen Minimum im September so fortsetzen werde, könne man nicht vorhersagen. Das hänge vor allem von den Wetterbedingungen ab. "Wir sehen in den letzten 15 Jahren eine geringere Dicke und Ausdehnung als in allen Jahren zuvor", bilanzierte Marcel Nicolaus vom AWI. "Das ist die Konsequenz aus der Klimaerwärmung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 27.07.2020 | 17:00 Uhr

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