Stand: 31.05.2020 16:45 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

57 Corona-Fälle: Keine Übertragung im Gottesdienst?

In Bremerhaven haben sich mindestens 57 Mitglieder einer Pfingstgemeinde mit dem Coronavirus infiziert.

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in einer freikirchlichen Pfingstgemeinde in Bremerhaven warnt der Krisenstab der Stadt vor der Diskriminierung Gläubiger. Nach aktuellem Kenntnisstand seien nicht die Gottesdienste, sondern die familiären und sozialen Kontakte der Familien untereinander der Grund für die Verbreitung des Virus. Das teilte die Stadt am Sonntag mit. Stand Sonntagnachmittag gibt es 57 bestätigte Corona-Fälle in Bremerhaven, Cuxhaven und dem Umland, die in Zusammenhang mit der Pfingstgemeinde stehen. 251 Menschen sind in Bremerhaven in Quarantäne, berichtet das Regionalmagazin "buten un binnen".

Gemeinde legte Hygienekonzept vor

"Ein solches Geschehen ist jederzeit auch in einem anderen Cluster in sozialen, beruflichen oder religiösen Zusammenhängen möglich", sagte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). Damit sei auch in Zukunft zu rechnen. Die Religionsgemeinschaft verhalte sich ausgesprochen kooperativ. Die Gemeinde habe außerdem ein plausibles Hygienekonzept für die durchgeführten Gottesdienste vorgelegt, hieß es.

Dreistellige Zahl an Menschen in Quarantäne

Die Infizierten sind zwischen 12 und 80 Jahre alt. Zwei der Infizierten, darunter eine Schwangere, waren im Krankenhaus. Zudem befindet sich aus dem Umfeld der Gemeinde eine dreistellige Zahl von Menschen in Quarantäne. Betroffen sind laut Landkreis Cuxhaven einzelne, aber große Familien, die untereinander viel Kontakt haben. Unter den positiv getesteten Personen sind auch drei Schüler. Im Landkreis Cuxhaven soll einer von ihnen noch im Unterricht gewesen sein. Ein infizierter Schüler aus Bremerhaven hat offenbar an einer Prüfung teilgenommen, dabei aber keinen Kontakt zu anderen Schülern gehabt.

Krisenstab rechnet mit weiteren Erkrankungen

Der Bremerhavener Krisenstab geht davon aus, dass in den kommenden Tagen noch weitere Corona-Infizierte hinzukommen könnten. Um weitere Ansteckungen zu identifizieren, werde großzügig getestet, auch über die Symptom- und Stadtgrenze hinaus, sagte der Leiter des Krisenstabs. "Wir arbeiten mit Hochdruck an den Ermittlungen, was weitere Kontaktpersonen angeht." Es gebe eine umfangreiche Liste.

Zweiwöchiges Verbot von Zusammenkünften

Die Pfingstgemeinde hat zwischen 800 und 1.000 Mitglieder. An den Gottesdiensten haben nach Erkenntnissen des Krisenstabs bis zu 150 Mitglieder der Freien Evangeliums Christen Gemeinde teilgenommen. Alle Zusammenkünfte in der Gemeinde wurden für zwei Wochen untersagt. Bereits in der vergangenen Woche hatte es einen größeren Corona-Ausbruch in einer Kirchengemeinde in der hessischen Metropole Frankfurt gegeben.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.05.2020 | 16:00 Uhr

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