Eine Frau zieht eine Spritze mit AstraZeneca Impfstoff auf. © picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann Foto: Frank Hoermann

Videos sollen Geflüchtete von Corona-Impfung überzeugen

Stand: 09.06.2021 14:28 Uhr

Ab sofort sollen Geflüchtete in Niedersachsen besser über Impfung gegen Covid-19 informiert werden. In kleinen Internet-Videos klären Ärzte in 16 Sprachen über das Impfen auf.

Dazu hat der Flüchtlingsrat Mediziner gewonnen, die die Infos zum Impfen leicht verständlich in ihrer Muttersprache weitergeben. Die Videos gibt es zum Beispiel auf Albanisch, Kurdisch, Persisch, Russisch und Somali. Die Ärzte thematisieren Impf-Reaktionen und widerlegen besonders verbreitete Mythen. Auch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung unterstützt das Projekt, sagt Vorstandsmitglied Derya Onay-Akbay. "In den Flüchtlingsunterkünften leben die Menschen oft eng an eng unter einem Dach - das Risiko einer Corona-Infektion ist höher als anderswo."

Sprachbarriere führt zu geringer Impfbereitschaft

Die Impfbereitschaft unter den Migranten ist aber offenbar bisher niedrig. Ein Grund dafür sei, dass die Menschen die bisherigen Info-Kampagnen nicht verstehen, weil ihre Deutschkenntnisse dafür nicht ausreichen. Mit den Videos soll sich das nun ändern.

Gerüchte in sozialen Medien verunsichern Geflüchtete

In einem der größten Ankunftszentren in der Region, in Bad Fallingbostel-Oerbke im Heidekreis, leben derzeit rund 550 Menschen. Bei ihnen ist die Bereitschaft bisher eher gering, wie Hannah Hintze von der Landesaufnahmebehörde sagt. Das Problem seien in den sozialen Medien verbreitete Gerüchte, dass Männer von der Impfung unfruchtbar werden könnten. Zuletzt habe das ein arabischer Arzt auf Twitter geschrieben, so Hintze. Deshalb wollten sich viele Geflüchtete nicht impfen lassen.

Einzelne Infektionsfälle unter Neuankömmlingen

Bei der letzten Impfkampagne dort habe sich nur ein Fünftel der Bewohner impfen lassen. Einen größeren Corona-Ausbruch hat es trotzdem noch nicht gegeben - wohl, weil weiter intensiv getestet wird und weil die Sozialarbeiter in Oerbke aktiv auf die Menschen zugehen und sie auf ihre Ängste ansprechen. Es gebe aber immer wieder einzelne Infizierte unter den Neuankömmlingen, so Hannah Hintze. Wenn diese aus Großfamilien stammen, werde es schwierig, die anderen Familienmitglieder zu schützen.

Impfangebot bei Eingangsuntersuchung

Auch die Landesaufnahmebehörde informiert weiter über die Impfung und die Erkrankung. Eine freiwillige Impfung werde bei der Eingangsuntersuchung angeboten. Und wer sich nicht sofort dazu entschließe, der könne sich auch noch später impfen lassen. Aber der Vorteil bei der Aufnahme sei, dass dort immer auch Übersetzer und Ärzte dabei sind. Sie können auf alle Fragen zur Impfung antworten - und so für Vertrauen in die Spritze sorgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.06.2021 | 15:00 Uhr

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