Stand: 24.04.2018 14:12 Uhr

Studie zu Krebsfällen in Bothel fehlen Teilnehmer

Seit Jahren sorgen überdurchschnittlich viele Erkrankungen an Blutkrebs in der Samtgemeinde Bothel (Landkreis Rotenburg) für Aufregung. Viele vermuten, dass die Erkrankungen im Zusammenhang mit der intensiven Erdgasförderung rund um Bothel stehen. Bewiesen ist das aber nicht. Das Land Niedersachsen hat daher zwei Studien in Auftrag gegeben. Sie sollen klären, warum auffällig viele Menschen in Bothel an Krebs erkrankten. Doch dabei kommt es nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen zu Problemen. Der Grund: Es mangelt an Teilnehmern.

Viele Freiwillige in Bothel

Das Problem liegt dabei nicht an der Bereitschaft der Menschen in Bothel. Von dort haben sich nach Angaben des Sozialministeriums gegenüber dem NDR sehr viele Freiwillige gemeldet. Für die Wirksamkeit der Studie, bei der die Zusammenhänge zwischen dem Abstand des Wohnorts und der Krebsfälle untersucht werden sollen, werden allerdings auch Vergleichsteilnehmer aus dem nicht betroffenen nördlichen Landkreis Rotenburg benötigt - und an genau denen mangelt es. Das Sozialministerium, das die Studien in Auftrag gegeben hat, will deshalb eingreifen und ruft die Menschen im nördlichen Landkreis Rotenburg dazu auf, sich zu melden und an der Studie teilzunehmen.

Urin- und Luftproben werden gesammelt

Wer mitmachen möchte, kann sich beim Kreis-Gesundheitsamt in Rotenburg (Telefonnummer 04261 9833203 oder per E-Mail an gesundheitsamt@lk-row.de) melden. Eine finanzielle Entschädigung gibt es für die Teilnehmer nicht. Die Freiwilligen müssen jeweils acht Tage im Mai und Oktober 24 Stunden lang Urin- und Luftproben von sich sammeln - jeweils an zwei Arbeitstagen und zwei freien Tagen.

Ergebnisse erst 2019

Eine Untersuchung des Niedersächsischen Krebsregisters hatte die große Anzahl von Krankheitsfällen in Bothel an die Öffentlichkeit gebracht. Anschließend hatte die Regionalgruppe Rotenburg der Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) unabhängige Studien gefordert. Die Erdgas- und Erdölfirma ExxonMobil hatte bestritten, dass es einen Zusammenhang zwischen den Bohrschlammgruben und den Krebsfällen gibt. Im Dezember 2017 hat das Sozialministerium zwei Studien in Auftrag gegeben, um die erhöhten Krebsraten in der Region aufzuklären. Neben der Studie über die Abhängigkeit des Wohnortes wird die Belastung der Bevölkerung mit Benzol und Quecksilber untersucht. Ergebnisse werden für Anfang 2019 erwartet.


25.04.2018 15:20 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages sind uns zwei Fehler unterlaufen. In der Region um Bothel wird Erdgas gefördert, nicht aber noch zusätzlich Erdöl, wie es zuvor hieß. Zudem war zu lesen, dass in diesem Zusammenhang auch die Entsorgung der anfallenden Abfälle der Erdgasförderung unter Verdacht stehe. Dies ist so ebenfalls nicht richtig. Die Redaktion bittet für diese Fehler um Entschuldigung.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.04.2018 | 11:30 Uhr

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