Stand: 21.02.2018 13:56 Uhr

Pastor Manneke bekommt Paul-Spiegel-Preis

Der evangelische Pastor Wilfried Manneke hat sich nach Auffassung des Zentralrats der Juden immer wieder gegen Rechtsextremismus stark gemacht. Nun bekommt er deshalb den Paul-Spiegel-Preis verliehen.

Der Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage des Zentralrats der Juden geht in diesem Jahr an den Pastor Wilfried Manneke aus der Südheide. Er erhält die Auszeichnung für sein jahrelanges Engagement gegen Rechtextremismus, heißt es in der Begründung. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis soll dem Geistlichen aus Unterlüß im Landkreis Celle voraussichtlich im Juni in Hannover verliehen werden.

Protest gegen rechte Szene

Der Zentralrat hob hervor, dass sich Manneke bereits seit 1995 im Kampf gegen Rechtsextremismus engagiere. In der südlichen Lüneburger Heide, wo er evangelischer Pastor ist, kommen regelmäßig Rechtsextremisten zu Treffen zusammen. Bis heute demonstriert Manneke offen gegen die Zusammenkünfte der rechten Szene. Außerdem protestierte er gegen ein geplantes Schulungszentrum eines rechtsextremen Anwalts und gründete gemeinsam mit anderen das "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus". Erst kürzlich wurde Manneke zum Vorsitzenden der Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" der hannoverschen Landeskirche gewählt.

Molotow-Cocktail vor der Tür

Dabei musste Manneke durchaus einige Anfeindungen über sich ergehen lassen: Hakenkreuz-Schmierereien vor dem Pfarrhaus, ein Molotow-Cocktail vor seiner Tür, Drohungen im Internet. Zwar seien die Online-Anfeindungen weniger geworden. "Aber sie haben nicht aufgehört", sagt der Pastor. Doch Manneke setzt sich weiter für Flüchtlinge ein und spricht in Friedensgottesdiensten gegen Waffenlieferungen in Krisengebiete aus.

Auslandspastor in Südafrika

Seine Überzeugung hat auch mit der Vergangenheit des Geistlichen zu tun: Bevor Manneke 1995 in die Heide kam, war er 13 Jahre lang als Auslandspastor der Evangelischen Kirche in Südafrika tätig - noch unter dem System der Rassentrennung. Das habe ihn geprägt: "Ich habe erlebt, was eine menschenfeindliche Ideologie anrichten kann. Rassismus spaltet die Gesellschaft", sagt der Theologe. Das habe ihn sensibel gemacht.

Preis für besonders Engagierte

Mit dem Paul-Spiegel-Preis will der Zentralrat der Juden nach eigener Aussage Menschen ehren, die sich im Sinne einer Bürgergesellschaft engagieren und Zivilcourage zeigen. Er wurde erstmalig 2009 verliehen. Namensgeber ist der frühere Präsident des Zentralrats, Paul Spiegel, der sich unermüdlich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus engagiert hatte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 21.02.2018 | 16:30 Uhr

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