Stand: 05.02.2020 17:58 Uhr  - NDR Info

Historische Briefe: Einblick in Leben der Nonnen

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Die knapp 1.800 Briefe wurden in einer Truhe im Klosterarchiv entdeckt. (Archivbild)

Im Kloster Lüne in Lüneburg holen Wissenschaftler derzeit Schritt für Schritt die Vergangenheit  der Nonnen ans Tageslicht. Zahlreiche Briefe aus dem Spätmittelalter werden von ihnen gelesen und aus dem Niederdeutschen und Lateinischen übersetzt. Mehrere Jahrhunderte schlummerten die Schriftstücke nahezu unbeachtet in einer Truhe im Klosterarchiv. Jetzt liefern sie den Historikern ganz neue Erkenntnisse über eine Zeit, in der über das Leben von Frauen hinter den Klostermauern nicht allzu viel bekannt ist.

Historischer Briefschatz aus dem Kloster Lüne

Hallo Niedersachsen -

Knapp 1.800 Briefe aus dem 15. und 16. Jahrhundert geben Einblick in das Leben des früheren Benediktinerinnenklosters Lüne. Seit knapp drei Jahren werden sie von Historikern ausgewertet.

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1.800 Briefe geben außergewöhnliche Einblicke

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Äbtissin Reinhild von der Goltz und Historikerin Eva Schlotheuber mit den historischen Briefen.

"Was wir hier vor uns haben, ist ein ganz ungewöhnlicher Schatz aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Es ist eine Überlieferung, die seinesgleichen sucht in ganz Europa", sagte Projektleiterin Eva Schlotheuber NDR Niedersachsen. Demnach berichten in knapp 1.800 Briefen Frauen aus der Binnenperspektive über ihren Alltag und ihre Konflikte im Kloster.

Umfangreiche Bildung der Nonnen überrascht

Das Klischee, dass die Nonnen den Tag ausschließlich betend und arbeitend verbracht haben, konnte durch die Briefe widerlegt werden. Eine zentrale Erkenntnis ist zudem, dass sie gebildeter waren als bislang angenommen. "Das betrifft vor allem die Sprache. Sie konnten sich fließend lateinisch und niederdeutsch ausdrücken", so Schlotheuber. "Auch konnten sie die Mischung der beiden Sprachen sehr angepasst und auch humorvoll formen."

Handschriftliche Kopien der gesamten Korrespondenz

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Die Briefe geben einen seltenen Einblick in das Klosterleben des Spätmittelalters.

Dass es die Briefe überhaupt gibt, verdanken die Wissenschaftler einer Besonderheit seinerzeit im Kloster Lüne. Sämtliche Korrespondenz, die nach außen ging, wurde handschriftlich kopiert. Bisher ist rund ein Viertel der Briefe ausgewertet worden. In den nächsten Jahren wartet also noch weitere historische Detektivarbeit auf die Wissenschaftler.

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