Stand: 30.05.2018 12:30 Uhr

Fünf Fragen und Antworten zum Trinkwassermangel

Hunderte Haushalte im Landkreis Stade waren am Wochenende vom Ausfall des Trinkwassernetzes betroffen.Mit einem Verbot von Gartensprengern und dem Befüllen privater Schwimmbecken will der lokale Trinkwasserversorger die Lage entspannen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wird das Trinkwasser im Stader Land knapp?

Trinkwasser ist genug da. Das Problem liegt in den Leitungen. Wenn etwa am Abend besonders viele Haushalte gleichzeitig Wasser verbrauchen, reicht der Druck in den Leitungen nicht mehr aus, um das Wasser zu befördern.

Kann ein Trinkwasserverband Nutzungsverbote verhängen?

Ja, er kann. Die Rechte und Pflichten der öffentlichen Trinkwasserversorger regelt in Deutschland die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) vom 20. Juni 1980. In der heißt es unter Paragraph 22(2) unter anderem: "Das Wasserversorgungsunternehmen kann die Verwendung für bestimmte Zwecke beschränken, soweit dies zur Sicherstellung der allgemeinen Wasserversorgung erforderlich ist." Das war aufgrund der Trockenheit am vergangenen Wochenende der Fall. Am Dienstag hat der Trinkwasserverband Stader Land deshalb das Betreiben von Rasensprengern, das Waschen von Autos und das Befüllen privater Schwimmbecken verboten. Die Wasserversorgungssatzung des Stader Landes regelt zudem, dass bei Zuwiderhandlungen Bußgelder verhängt werden können.

Wofür wird das meiste Wasser in privaten Haushalten verbraucht?

In Deutschland verbraucht jede Person laut Umweltbundesamt durchschnittlich pro Tag etwa 121 Liter Wasser. Das meiste Wasser verbraucht der Durchschnittsbürger im Badezimmer: Mehr als ein Drittel des Wassers wird beim Baden und Duschen verbraucht, etwas mehr als ein Viertel landet in der Toilettenspülung.

Wie sieht der Wasserverbrauch der Niedersachsen aus?

Der durchschnittliche Niedersachse verbraucht am Tag etwa 126 Liter Wasser. Damit liegt Niedersachsen etwas über dem Bundesdurchschnitt. Nur in Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein verbrauchen die Menschen im Schnitt mehr Wasser. Auffällig: In den fünf neuen Bundesländern ist der Pro-Kopf-Wasserverbrauch am Geringsten.

Wer entnimmt wie viel Wasser aus der Natur? Zahlen aus dem Jahr 2013

Mehr als die Hälfte des Wassers wird für die Energieversorgung entnommen. Ein weiterer beträchtlicher Teil landet in der Wasserversorgung selbst, also den Trinkwasserversorgern, und in der verarbeitenden Industrie. Eine niedersächsische Besonderheit ist die hohe Wasserentnahme für die Land- und Forstwirtschaft und Fischerei. Ein geringer Teil von privaten Haushalten schöpft selbst Wasser, etwa über Brunnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.05.2018 | 17:00 Uhr

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