Stand: 08.06.2020 16:46 Uhr

Bossard-Projekt: Hakenkreuz bleibt unterm Teppich

In den Fliesen der Kunststätte Bossard ist ein Hakenkreuz zu sehen. © NDR
Das Hakenkreuz im Mosaik muss verdeckt werden, andernfalls droht ein Verfahren. (Archivbild)

Ein im Mosaikboden der Kunststätte Bossard eingearbeitetes Hakenkreuz muss vorerst weiter mit einem Teppich bedeckt bleiben. Das hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade auf Anfrage des NDR Niedersachsen mitgeteilt. Nach einem Hinweis auf das verbotene Symbol hatte ein Beamter des Staatsschutzes die Kunststätte in Jesteburg (Landkreis Harburg) besucht. Laut Staatsanwaltschaft wurde dem Museum mitgeteilt, dass ein Verfahren drohe, sollte das Symbol weiter sichtbar bleiben. Darauf habe man reagiert, heißt es aus dem Stiftungsrat.

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Erweiterung der Kunsstätte liegt auf Eis

Vom Vorsitzenden des Stiftungsrates der Kunststätte, dem Harburger Landrat Rainer Rempe, hieß es am Montag, der Hinweis der Staatsanwaltschaft habe keinen Einfluss auf den weiteren Umgang mit dem Kunstwerk Bossards. Die Kunststätte im ehemaligen Wohnhaus von Johann Bossard soll eigentlich für mehr als zehn Millionen Euro erweitert werden. Das Projekt wurde aber - nach Bekanntwerden antisemitischer Schriften und NS-Sympathien des Künstlers Johann Bossard - vorerst gestoppt. Ein unabhängiger Gutachter soll nun die Rolle Johann Bossards im Nationalsozialismus aufarbeiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 08.06.2020 | 17:00 Uhr

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