Stand: 08.10.2019 10:57 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Artenvielfalt in der Lüneburger Heide geht zurück

von Marlene Kukral
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Ein Ergebnis der Studie: Die Zahl der Käferarten in der Lüneburger Heide ist in den vergangenen 25 Jahren um 30 Prozent geschrumpft.

Der Klimawandel und der Einsatz von Pestiziden wirkt sich auf die Käfer in der Lüneburger Heide aus. Das hat eine Langzeitstudie der Leuphana Universität ergeben. Der Wissenschaftler Thorsten Aßmann hat zusammen mit seinem Team 25 Jahre lang Laufkäfer im Naturschutzgebiet beobachtet. Sein Fazit: Es gibt zwar noch viele Käfer in der Heide, aber weniger Arten. Das ist für Aßmann ein eindeutiges Warnsignal. Die Artenvielfalt sei um fast ein Drittel zurückgegangen, so der Ökologie-Professor, der Käferarten auch in Zukunft in Gefahr sieht. Für ihn sei besonders alarmierend, dass es auch in einem Naturschutzgebiet immer weniger Käferarten gebe, sagt Aßmann: "Damit hätte ich nicht gerechnet."

Professor kann Klimawandel an Käfern ablesen

Hallo Niedersachsen -

Ein Professor der Leuphana Universität in Lüneburg beschäftigt sich seit 25 Jahren mit den Laufkäfern in der Heide. Die Insekten sind alarmierende Indikatoren für den Klimawandel.

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Pestizide und Klimawandel schlecht für Käfer

Auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen in der Nähe des Naturschutzgebietes sind laut Aßmann Pestizide zum Einsatz gekommen. Er glaubt, dass diese die Artenvielfalt der Käfer angreifen. Beim Einsatz von Pestiziden würden häufig auch Nicht-Zielorganismen geschädigt, so der Professor. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Artenvielfalt sei der Klimawandel. "Höhere Temperaturen und trockene Böden verändern das Verhalten der Käfer", so Aßmann. Besonders gefährdet seien Larven, die sich im Sommer entwickeln. Sie hätten es schwer, sich an das wärmere Klima anzupassen. Tiere dieser Arten habe er immer seltener gefunden.

Aufwendige Studie

Seit 25 Jahren beobachtet das Forschungsteam von Aßmann die Laufkäfer im Hofgehölz Möhr in der Lüneburger Heide. Alle zwei Wochen haben die Wissenschaftler Käferfallen ausgewertet. Dabei hat das Team nicht nur bestimmt, wie viele Käfer es in dem Gebiet gibt, sondern auch, welche Arten. Das sei laut Aßmann besonders wichtig, um sinnvolle Naturschutzmaßnahmen zu planen. Gerade wenn Laufkäfer aus Lebensräumen verschwänden, sei das ein Warnzeichen. Der Professor fordert deshalb weitere Langzeitstudien, um auf die Veränderung des Klimas und der Natur reagieren zu können.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 08.10.2019 | 19:30 Uhr

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