Stand: 12.08.2019 11:55 Uhr

Werbung für IS: Prozess gegen 33-Jährigen

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Am ersten Prozesstag weigerte sich der Mann, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Am Montag hat vor dem Oberlandesgericht Celle der Prozess gegen einen 33-jährigen Syrer begonnen, der im Dezember in Stelle (Landkreis Harburg) wegen Terrorverdachts festgenommen worden war. Er soll Propaganda-Material des Islamischen Staates (IS) verbreitet haben: Der Angeklagte habe im Internet Nachrichten der IS-nahen Nachrichtenagentur AMAQ geteilt, Plakate, Musikstücke und IS-Flaggen veröffentlicht, so der Vorwurf der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Islamwissenschaftler hätten außerdem bestätigt, dass einige dieser Nachrichten dazu aufforderten, den IS unter anderem mit Anschlägen zu unterstützen. Zu Beginn des Prozesses schwieg der Mann zu den Vorwürfen.

Fotos und Videos von extremer Gewalt

Unter dem Nutzernamen Abu Omar soll er in einem sozialen Netzwerk unter anderem einen Terroranschlag mit drei Toten in Belgien begrüßt haben. Auf dem Handy des Beschuldigten fanden die Ermittler zahlreiche Fotos und Videos von extremer Gewalt, die unter anderem zeigen sollen, wie ein Mensch mit einem Messer enthauptet wird. Der 33-Jährige ist deshalb unter anderem wegen Werbens um Mitglieder und Unterstützer einer außereuropäischen terroristischen Vereinigung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten angeklagt.

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Hamburger Verfassungsschutz hatte den Mann im Visier

Laut Gericht war der 33-Jährige als Flüchtling über Ägypten, das Mittelmeer und Italien nach Deutschland gekommen. Irgendwann sei das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz wegen seiner Posts im Internet auf ihn aufmerksam geworden - weil die an Radikalität und Intensität zugenommen hatten. Deshalb habe sich schließlich die Justiz eingeschaltet, so ein Gerichtssprecher. Dem Angeklagten drohen nun mehrere Jahre Gefängnis. Das Urteil wird für den 7. November erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 12.08.2019 | 13:00 Uhr

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