Stand: 22.09.2020 13:29 Uhr

Wegen Corona: TUI dampft Angebot weiter ein

Auf einem Gebäude ist die Silhouette des Logos der TUI Group vor wolkenverhangenem Himmel zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Die Corona-Pandemie hat den Tourismus-Konzern TUI hart getroffen. (Themenbild)

Angesichts neuer Reisewarnungen wegen der Corona-Pandemie hat der weltgrößte Reiseanbieter TUI sein Angebot für die Winter-Reisesaison weiter eingedampft. Insgesamt wurde nach Konzernangaben rund ein Fünftel des Programms zusammengestrichen. Damit stehen noch rund 40 Prozent des ursprünglichen Angebots zur Verfügung, wie das Unternehmen am Dienstag in Hannover mitteilte. "Dies spiegelt die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf Reisebeschränkungen wider", hieß es. Das reduzierte Angebot war zuletzt zu rund 30 Prozent gebucht.

TUI verliert monatlich dreistellige Millionenbeträge

TUI verfügt eigenen Angaben zufolge über eine Liquidität von rund zwei Milliarden Euro. Darin ist der im August vereinbarte weitere Staatskredit des Bundes von 1,2 Milliarden Euro enthalten. Aufgrund der unsicheren Reiselage rechnet der Konzern aber mit einer etwas schlechteren Entwicklung der Kassenlage im ersten Geschäftsquartal 2021 von Oktober bis Ende Dezember. Pro Monat dürfte der Mittelabfluss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen.

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Konzern rechnet weiter mit schwierigen Bedingungen

Zu schaffen machen dem Reisekonzern vor allem die aktuellen Reisewarnungen etwa für Spanien inklusive der Balearen und Kanaren - bei Deutschen und Briten ein beliebtes Urlaubsziel. "Seit der Wiederaufnahme des Geschäfts sind 1,4 Millionen Kunden mit uns in den Urlaub gefahren", sagte TUI-Chef Fritz Joussen und bezog sich auf den Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August. "Die Verfügbarkeit von Destinationen wird aktuell stark von der politischen Bewertung und der Entwicklung der Pandemie beeinflusst. Wir agieren derzeit in einem volatilen Marktumfeld und dies wird voraussichtlich auch noch in den kommenden Quartalen so bleiben", erklärte der Manager.

Hoffen auf den Sommer 2021

Das eingedampfte diesjährige Sommerprogramm ist laut TUI zu 82 Prozent ausgebucht. Im vergangenen Jahr konnte der Konzern bessere Zahlen vorweisen, damals war das Sommerprogramm fast komplett verkauft. Insgesamt lagen die Buchungen um 83 Prozent unter dem Vorjahr, die Preise sanken um fast ein Fünftel. Im kommenden Sommer will das Unternehmen wieder 80 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität anbieten. Viele Urlauber haben ihre Reisen auf das kommende Jahr umgebucht oder wollen sich ihre Reisen frühzeitig sichern.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.09.2020 | 13:00 Uhr

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