Oliver Gauert, Kurator im Roemer- und Pelizaeus-Museum, hält einen historischen Spatel aus Pompeji in den Händen. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Von Pest bis Corona: Hildesheimer Museum plant Ausstellung

Stand: 22.02.2021 10:39 Uhr

In einer multimedialen Ausstellung will das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim die Geschichte der Seuchen von der Antike bis heute beleuchten. Geplant war die Schau schon lange vor Corona.

"Seuchen haben die Menschheit zu allen Zeiten bedroht und dadurch geprägt", sagte Kurator Oliver Gauert. So seien insgesamt mehr Menschen durch Infektionskrankheiten gestorben als durch Kriege oder Naturkatastrophen. Durch die Corona-Pandemie habe die Ausstellung "eine unglaubliche Aktualität bekommen", sagte Gauert.

Schau nimmt Tragödien und Erfolge in den Blick

Teodora Szanto, Restauratorin im Roemer- und Pelizaeus-Museum, bereitet historische medizinische Werkzeuge für eine Ausstellung vor. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Restauratorin Teodora Szanto bereitet historische medizinische Werkzeuge für die Ausstellung vor.

Die Planungen für die Ausstellung mit dem Titel "Seuchen: Fluch der Vergangenheit - Bedrohung der Zukunft" laufen bereits seit 2018. Vorgestellt werden sollen Krankheiten wie Pest, Cholera und Lepra. Dabei gehe es nicht nur um Leid und Tragödien, sondern auch um Erfolge der Medizin wie den Sieg über Pocken und Pest, sagte Gauert. Die Ausstellung soll ab Ende August auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern zu sehen sein.

Führende medizinische Einrichtungen unterstützen das Projekt

Zahlreiche Kooperationspartner unterstützen die Ausstellung, unter anderem das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das Paul-Ehrlich-Institut sowie die Medizinische Hochschule Hannover. Aktuell ist geplant, die Schau bis zum 27. März 2022 in Hildesheim zu zeigen und anschließend auch in anderen Städten.

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