Stand: 13.09.2019 20:18 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Urteil im Missbrauchsfall von Lügde rechtskräftig

Auf einem Campingplatz in Lügde nahe der niedersächsischen Grenze, haben zwei Männer Hunderte Male Kinder missbraucht.

Das Gerichtsurteil gegen die beiden 56 und 34 Jahre alten Angeklagten im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde ist rechtskräftig. Das Landgericht teilte am Freitag mit, dass die Staatsanwaltschaft, die Verurteilten und die Nebenkläger keine Rechtsmittel eingelegt hätten. Die Frist für eine Revision ist in der Nacht abgelaufen. Das Landgericht hatte die beiden Täter Andreas V. und Mario S. zu langen Haftstrafen und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Missbrauch an 32 Kindern

Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass sich die beiden Männer des teils schweren sexuellen Missbrauchs an 32 Kindern schuldig gemacht haben. Ihnen konnten 271 Einzeltaten, darunter Vergewaltigungen, nachgewiesen werden. Einige der Gewalttaten sollen sie zudem gefilmt haben. Tatort war ein Campingplatz nahe des nordrhein-westfälischen Lüge, unweit der niedersächsischen Grenze.

Politiker fordern Konsequenzen

Erst in dieser Woche hatten die Fraktionen im Landtag parteiübergreifend Konsequenzen aus dem Lügde-Fall gefordert. So forderte unter anderem Justizministerin Barbara Havliza (CDU), dass aus den Fehlern der Behörden Lehren gezogen werden müssten. Ein solch katastrophales Versagen staatlicher Institutionen dürfe es nicht mehr geben. In der Kritik steht unter anderem das Jugendamt des Landkreises Hameln-Pyrmont. Es hatte ein damals sechsjähriges Mädchen bei dem Hauptangeklagten auf dem Campingplatz in Pflege gegeben. Zudem soll das Amt Hinweisen auf sexuellen Missbrauch nicht nachgegangen sein. Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen drei Mitarbeiter des Jugendamts.

Weitere Informationen

Missbrauch: Landtag will Kinder besser schützen

Die Fraktionen im Landtag fordern Konsequenzen aus dem Missbrauchsfall in Lügde. Im Gespräch sind eine Neuregelung der Verjährungsfristen und ein Kinderschutzbeauftragter. (12.09.2019) mehr

Lügde: Hohe Haftstrafen für "abscheuliche Taten"

Im Fall Lügde sind die beiden Angeklagten Andreas V. und Mario S. zu 13 beziehungsweise 12 Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wurde für beide die Sicherungsverwahrung angeordnet. (04.09.2019) mehr

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Hallo Niedersachsen | 13.09.2019 | 19:30 Uhr

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