Stand: 02.06.2020 11:00 Uhr

Tonne will digitalen Schulunterricht voranbringen

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister von Niedersachsen, spricht im Landtag in Hannover. © dpa-bildfunk Foto: Holger Hollemann
Räumt mangelnde Unterrichts-Konzepte zu Beginn der Corona-Krise ein: Kultusminister Tonne. (Archiv)

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will den Ausbau des digitalen Schulunterrichts beschleunigen. Das sagte er bei NDR Info. An den Schulen seien inzwischen viele gute Ansätze sichtbar. Nun gehe es etwa um die Beschaffung von Laptops und Tablets. Dazu wolle der Minister Finanzmittel aus dem sogenannten Digitalpakt Schule nutzen. "Wir wollen zu Beginn des neuen Schuljahres eine Situation haben, dass wir nahezu alle Schülerinnen und Schüler auch erreichen - insbesondere diejenigen, die bisher kein eigenes Endgerät zur Verfügung haben", sagte er im Interview.

Sommerferien für Konzepte nutzen

Minister Tonne räumte ein, zu Beginn der Corona-Pandemie habe es an Konzepten für digitalen Unterricht gemangelt. Viele Schulen hätten im Notmodus gearbeitet. Zur Umsetzung von Plänen und Konzepten für digitalen Schulunterricht sollen auch die Sommerferien genutzt werden. "Wir werden das sehr schnell jetzt nacharbeiten müssen", sagte Tonne. Dabei gehe es auch um die Frage, wie ein Zusammenspiel aussehen könnte zwischen schulischem Lernen und den Erfahrungen, die man mit dem Lernen zu Hause gemacht habe.

GEW warnt vor "Lehrer-Bashing"

Indes nimmt die Lehrergewerkschaft GEW ein zunehmendes "Lehrer-Bashing" in Deutschland wahr. "Das Verhalten einzelner Kolleginnen und Kollegen, die angeblich zu wenig für die Kinder gemacht haben, wird stellvertretend für alle herangezogen", sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das sei nicht fair. Viele Lehrer seien in der Corona-Krise am Limit, so Tepe weiter. "Sie organisieren Präsenz- und Fernunterricht und müssen nebenbei Hygienepläne, Kontrollen und versetzte Pausenzeiten umsetzen und versuchen, zu allen Schülern und Schülerinnen den Kontakt aufrechtzuerhalten."

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.06.2020 | 12:00 Uhr

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