Stand: 01.02.2019 15:15 Uhr

Streit um Fenster: Wie entscheidet die Marktkirche?

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Der Künstler und der Kanzler: Markus Lüpertz (l.) mit Freund Gerhard Schröder vor dem Fensterentwurf. (Montage)

Bekommt die Marktkirche in Hannover nun ihr neues Fenster? Die Fronten im Streit um das sogenannte Reformationsfenster, das der Künstler Markus Lüpertz entworfen hat, sind verhärtet. Und das ist ziemlich vorsichtig formuliert. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will der Marktkirche das Fenster schenken. Doch der Erbe von Dieter Oesterlen (1911 bis 1994), der die Kirche wieder aufbaute, wehrt sich gegen den Einbau: Georg Bissen findet, das Fenster lasse sich nicht mit dem architektonischen Konzept der Kirche vereinbaren. Auch ein Mediationsverfahren in dem Streit lehnte der Rechtsanwalt Mitte Januar ab.

Gibt Vorstand Herstellung trotzdem in Auftrag?

Am 6. März tritt der Kirchenvorstand der Marktkirche zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Dort soll das weitere Vorgehen besprochen werden - und eventuell eine Entscheidung fallen. "Bei uns wird erwogen, das Fenster in Auftrag zu geben", sagte Reinhard Scheibe, Vorsitzender des Kirchenvorstands, NDR.de im Vorfeld. Bislang war die offizielle Lesart, dass der Kirchenvorstand das weitere Vorgehen zunächst prüfen will. "Da noch viele Fragen offen sind, insbesondere zu den Kosten und der juristischen Einschätzung, will sich der Kirchenvorstand von externen Fachleuten beraten lassen", hieß es von Insa Becker-Wook, der Sprecherin des Stadtkirchenverbandes Hannover, am 10. Januar, nachdem klar war, dass die geplante Mediation in dem Fall gescheitert war.

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Vorerst kein Lüpertz-Fenster für Marktkirche

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Altkanzler Schröder will der Marktkirche Hannover ein "Reformationsfenster" von Künstler Markus Lüpertz schenken. Doch der Erbe des Architekten Oesterlen, Georg Bissen, lehnt ab. Video (02:28 min)

Preis für Fenster liegt bei 150.000 Euro

Der Preis für das Kunstwerk, Herstellung und Einbau, belaufen sich nach Angaben von Scheibe auf 150.000 Euro. Das Geld soll aus Vortragshonoraren von Schröder stammen. Er ist mit dem Künstler Lüpertz befreundet. Derzeit liegt der Entwurf von Lüpertz, Maßstab 1:10, bei einer Glasfirma in Taunusstein (Hessen) und wartet dort darauf, umgesetzt zu werden. Das Werk soll nach der Fertigstellung etwa 13 Meter hoch werden und setzt sich mit Leben und Werk des Reformators Martin Luther auseinander. Für Diskussionen in der Gemeinde und in der Öffentlichkeit sorgten dabei vor allem fünf Fliegen als Symbol des Bösen und der Vergänglichkeit.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 01.02.2019 | 08:30 Uhr

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