Außenansicht des Oberlandesgerichts Celle. © NDR Foto: Hans-Christian Hoffmann

Prozess in Celle: Mutmaßlicher IS-Unterstützer schweigt

Stand: 19.04.2021 16:57 Uhr

Im Prozess um die Unterstützung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vor dem Oberlandesgericht Celle (OLG) hat der 38-jährige Angeklagte am ersten Verhandlungstag geschwiegen.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seinen ins IS-Kriegsgebiet ausgereisten Bruder logistisch und finanziell unterstützt zu haben. Über Mittelsmänner habe er ihm mehrere Tausend Euro sowie Smartphones und Tablets nach Syrien geschickt, heißt es in der Anklage. Außerdem habe er die Ausreise der Ehefrau des Bruders mit ihren vier minderjährigen Kindern nach Syrien organisiert. Der 38-Jährige ist bereits seit Ende Juli 2020 in Untersuchungshaft.

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Beide Brüder gehörten laut Anklage lange dem mittlerweile verbotenen Islamkreis Hildesheim an. Dort sollen unter Führung von Ahmad A., der sich selbst "Abu Walaa" nennt, zahlreiche Menschen zum Anschluss an die Terrormiliz motiviert worden sein. Ahmad A. wurde im Februar als mutmaßlicher Deutschland-Chef des IS vom OLG in Celle zu einer Haftstrafe von zehneinhalb Jahren verurteilt.

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Abu Walaa, mutmaßlicher Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Deutschland, kommt in das Oberlandesgericht Celle. © dpa Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 19.04.2021 | 07:00 Uhr

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