Stand: 19.07.2016 14:00 Uhr

Polizist wegen Kinderporno-Besitzes verurteilt

Wegen des Besitzes von Kinderpornos und einer illegalen Waffe hat das Amtsgericht Hannover einen Bundespolizisten zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Zuvor hatte der 40-Jährige die Taten über seinen Verteidiger eingeräumt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich der Beamte aus Hannover über das Internet kinderpornografische Bilder und Videos verschafft. Bei einer Hausdurchsuchung waren Dutzende Dateien mit kinderpornografischen Bildern und Videos sichergestellt worden. Außerdem entdeckten die Ermittler eine Pumpgun mit Schrotmunition. Der Beamte, der offiziell noch im Dienst der Bundespolizei steht, ist vom Dienst suspendiert. Seine Bezüge wurden herabgesetzt. Es würde ihn wundern, wenn der Angeklagte in den aktiven Polizeidienst zurückkehren sollte, sagte Amtsrichter Koray Freudenberg.

Verfahren zu Foltervorwürfen eingestellt

Ursprünglich war der Bundespolizist im vergangenen Jahr wegen Foltervorwürfen ins Visier der Ermittler geraten. Weil er im Kollegenkreis auf der Wache im Hauptbahnhof Hannover ein Handyfoto von einem am Boden liegenden Marokkaner verschickt hatte, wurde zunächst wegen des Verdachts einer Misshandlung ermittelt. In einer dazugehörigen Nachricht hatte der beschuldigte Polizist geschrieben, der Mann habe "gequiekt wie ein Schwein" und sei gezwungen worden, gammeliges Schweinefleisch zu essen. Mangels hinreichenden Tatverdachts wurde dieses Verfahren zwar eingestellt, der Beamte musste sich aber in dem Prozess auch wegen eines Verstoßes gegen das Kunsturheberrechtsgesetz verantworten, weil er das Foto des Flüchtlings ohne dessen Einverständnis verbreitet hatte. Menschen in der Obhut der Polizei hätten Anspruch auf Schutz, sagte Freudenberg in seiner Urteilsverkündung. Das Verhalten des 40-Jährigen sei der Polizei und der ganzen Strafjustiz unwürdig gewesen.

Zuvor pornografisches Bild an Minderjährige verschickt

Bereits im Oktober hatte der Bundespolizist eine Geldstrafe zahlen müssen, weil er einer 14-Jährigen, die er in einem Zug angesprochen hatte, ein pornografisches Foto von sich geschickt hatte.

Als Reaktion auf die Misshandlungsvorwürfe hatte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann eine Sonderbeschwerdestelle angekündigt, die Beamten das Melden von Vergehen in den eigenen Reihen vereinfachen soll. Auch in der Wache am Hauptbahnhof gab es eine interne Untersuchung. Zu deren Ergebnissen wollte die Bundespolizei bisher keine Auskünfte erteilen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.07.2016 | 11:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:59
Hallo Niedersachsen
03:49
Hallo Niedersachsen
04:16
Hallo Niedersachsen