Stand: 22.02.2019 21:24 Uhr

OVG: Rodewalder Wolf darf geschossen werden

Der Wolfsrüde aus dem Rodewalder Rudel darf geschossen werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg am Freitag entschieden und damit einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Oldenburg bestätigt, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Dem Leitwolf aus dem Landkreis Nienburg könnten eindeutig mehrere Angriffe auf ausreichend geschützte Weidetiere seit April 2018 nachgewiesen werden. Um einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden abzuwenden, sei es daher gerechtfertigt, den Wolf zu schießen, begründete das Oberverwaltungsgericht seinen Beschluss. Das Gericht wies damit eine Beschwerde des "Freundeskreises freilebender Wölfe" gegen die Tötung des Tieres zurück. Der Lüneburger Beschluss ist unanfechtbar. Umweltminister Olaf Lies sagte: "Wir sehen uns durch diese Entscheidung in vollem Umfang in unserer Argumentation bestätigt." Jetzt gehe es darum, den Rüden schnell zu entnehmen, um weitere Nutztierschäden zu verhindern.

Abschussgenehmigung gilt nur bis zum 28. Februar

Bis zum 28. Februar 2019 ist die Abschussgenehmigung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gültig. Was geschieht, wenn der Wolf in dieser Zeit nicht geschossen werden kann, das blieb am Freitag unklar. Beim NLWKN war kein Sprecher zu erreichen und eine Sprecherin des Umweltministeriums wollte im Gespräch mit NDR.de nichts dazu sagen. "Wir nehmen jetzt die Arbeit wieder auf und haben noch eine Woche Zeit", sagte sie. Zu dem konkreten weiteren Vorgehen wollte sie sich auch nicht äußern. Das Verhalten des Rüden wurde laut Lies seit Wochen intensiv beobachtet und die Entscheidung zum Abschuss sei mit großer Sorgfalt getroffen worden. Nach Angaben des Umweltministeriums sind dem Wolf mehr als 40 Risse von Nutztieren zuzuordnen, darunter Ponys und Rinder. Das Ministerium geht davon aus, dass nach dem Abschuss des Leitwolfs die Risse von Weidetieren zurückgehen werden. In DNA-Proben sei stets seine Erbanlage nachgewiesen worden.

OVG: "Schutzmaßnahmen für Herden sind unzumutbar"

Die Richter am OVG Lüneburg hielten die Belege dafür, dass der Leitwolf sich auf das Reißen von Rindern spezialisiert hat, für ausreichend. Schutzmaßnahmen wie ausreichend hohe Elektrozäune, die Überwachung durch Hirten und die Tiere in Nachtpferchen unterzubringen hielten die Richter für nicht zumutbar - "zumal diese flächendeckend von allen Rinderhaltern im Territorium des Rodewalder Rudels ergriffen werden müssten", begründeten sie ihre Entscheidung. Weil davon ausgegangen werden könne, "dass dieser Wolf weiterhin Rinder mit normalerweise ausreichendem Herdenschutz reißen und seine Jagdtechnik an andere Wölfe weitergeben wird", bestätigte das OVG den erstinstanzlichen Beschluss des Verwaltungsgerichts Oldenburg. Das Schadensrisiko für Rinderhalter sei durch diesen Wolf unkalkulierbar. Zumutbare Alternativen zur Tötung gebe es nicht.

Landvolk für Abschuss des kompletten Rudels

In den vergangenen Wochen hatte es eine heftige Debatte um den Leitwolf aus dem Rodewalder Rudel gegeben. Die Landesjägerschaft begrüßte einen Abschuss des Tiers. Das Landvolk ging sogar einen Schritt weiter und forderte, dass gesamte Rudel zu töten. Der Verband bezweifelt, dass es reicht, nur den Leitrüden zu töten. Tierschützer verweisen dagegen darauf, dass die Tiere geschützt werden müssen.

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Wolf aus Rodewald wird vorerst nicht geschossen

Der Leitwolf des Rodewalder Rudels wird vorerst nicht geschossen. Erst sollen juristische Bedenken ausgeräumt werden. Die Zahl der Wolfsterritorien ist inzwischen auf 24 angestiegen. (08.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 22.02.2019 | 13:30 Uhr

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