Stand: 15.11.2018 15:14 Uhr

Missbrauchsskandal: Havliza spricht mit Bischöfen

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Hildesheims neuer Bischof Heiner Wilmer hat angekündigt, mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren zu wollen.

Wann kommen Niedersachsens Staatsanwaltschaften in den Missbrauchsfällen der katholischen Kirche zum Zug? Bisher waren die Archive der Bistümer für die Ermittler verschlossen. Das soll sich nun ändern. Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat den Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, den Oldenburger Weihbischof Wilfried Theising, Osnabrücks Generalvikar Theo Paul und den Justiziar des Bistums, Ludger Wiemker für Freitagvormittag in Hannover zu einem Gespräch eingeladen. Es soll geklärt werden, wie die Justiz Einsicht in Akten der Kirchebekommen kann. Eine von der Bischofskonferenz beauftragte Studie hatte für Hildesheim 153 und für Osnabrück 68 Opfer sexueller Gewalt durch katholische Geistliche in den Jahren 1946 bis 2015 identifiziert. Die Studie liefere den Behörden allerdings zu wenig Konkretes, um Durchsuchungen durchführen zu können, so das Justizministerium.

Zwei Anzeigen gegen unbekannt in Osnabrück und Hildesheim

Sechs renommierte Juraprofessoren haben im Oktober in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weltanschauungsrecht Anzeige bei den jeweiligen Staatsanwaltschaften erstattet. In Niedersachsen gingen je eine Anzeige gegen unbekannt in Hildesheim und Osnabrück ein, bestätigte ein Sprecher des Justizministeriums NDR.de. Die Ermittlungsbehörden würden gern darüber hinaus tätig werden. Der neue Hildesheimer Bischof Wilmer kündigte bereits an, Zugang zu Akten und Archiven zu gewähren. Erst Anfang der Woche hatte Wilmer einen neuen mutmaßlichen Missbrauchsfall öffentlich gemacht, in den sein Vorgänger Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) verwickelt sein soll. Hildesheim und Osnabrück hatten schwerwiegende Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2018 | 12:00 Uhr

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