Der Abschnitt "meine Daten" einer Musterdatenschutzerklärung wird von roten Einsen und Nullen hervorgehoben, die auf einem Bildschirm hinter dem Papier zu sehen sind. © picture-alliance/dpa Foto: Sebastian Gollnow

Mehr, aber weniger gravierende Datenschutz-Verstöße

Stand: 27.10.2020 13:33 Uhr

Die niedersächsische Landesbeauftragte für den Datenschutz hat in diesem Jahr bislang Bußgelder in Höhe von 137.000 Euro verhängt. Bis Mitte Oktober gab es 1.920 Beschwerden zu Datenschutzverstößen.

Zudem wurden auch Hunderte Meldungen zu Datenpannen registriert, wie die Beauftragte Barbara Thiel auf Anfrage der Deutschen Presseagentur mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg der gemeldeten Verstöße. Im Jahr 2019 registrierte Thiels Behörde insgesamt nur 1.882 Beschwerden. Dieser Wert wurde in diesem Jahr bereits in den ersten drei Quartalen überschritten.

Höhere Geldbußen im Vorjahr

Barbara Thiel, Landesdatenschutzbeauftragte in Niedersachsen. © dpa picture alliance Foto: Holger Hollemann
In Niedersachsen hat Barbara Thiel den Datenschutz im Blick.

Allerdings waren die Vorfälle im Vorjahr im Durchschnitt gravierender, denn die Summe der insgesamt verhängten Strafen lag 2019 mit 480.000 Euro viel höher. Von den Geldbußen beider Jahre, die sowohl Unternehmen als auch private Personen zahlen müssen, sind nach Angaben der Behörde aber einige noch nicht rechtskräftig. Betroffene hatten hier Widerspruch eingelegt oder geklagt.

DSGVO: Gleiche Maßstäbe in der EU

Die Datenschutzbeauftragten in den Bundesländern sind in Deutschland dafür zuständig, die Einhaltung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu kontrollieren. Dabei haben die Behörden inzwischen auch den Spielraum, höhere Bußgelder festzulegen. Der Sprecher der niedersächsischen Datenschutz-Behörde Philip Ossenkopp sagte, dies sei für eine bessere Umsetzung der Datenschutzregeln hilfreich. Mit der Verordnung gebe es nun in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gleiche Maßstäbe beim Schutz von personenbezogenen Daten.

Vorrang vor anderen Rechten während Corona

Der Digitalverband Bitkom beklagte hingegen, die DSGVO habe die Bewältigung der Folgen der Corona-Krise erschwert. Dem Datenschutz werde selbst in dieser Krisensituation Vorrang vor vielen anderen Rechten eingeräumt. So werde etwa das Recht auf Bildung eingeschränkt, weil bestimmte Videoplattformen aus Datenschutzgründen für den Online-Unterricht nicht zugelassen werden.

Weitere Informationen
Bildmontage: Eine Lupe hebt drei Personen in einer Gruppe digitaler Menschen hervor. © Fotolia, picture alliance / dpa Foto: Benjamin Haas, Jens Büttner

Datenschutz-Bußgelder: Fast eine halbe Million Euro

In Niedersachsen werden immer mehr Bußgelder wegen Datenschutzverstößen verhängt. (03.09.2020) mehr

Jederzeit zum Nachhören
Das Rathaus am Maschsee. © NDR Foto: Julius Matuschik
10 Min

Nachrichten aus dem Studio Hannover

Was in Ihrer Region wichtig ist, hören Sie in den Regional-Nachrichten bei NDR 1 Niedersachsen. 10 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 27.10.2020 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt auf einem weihnachtlich gedeckten Tisch. © picture alliance Foto: Richard Brocken

Neue Corona-Regeln: Das gilt im Dezember und zu Weihnachten

Einschränken, um dann gemeinsam die Feiertage zu verbringen - das ist der Kern der Corona-Verordnung für Niedersachsen. mehr

Ein Arzt impft eine Patientin © picture alliance Foto: Zacharie Scheurer

Stichtag für Impfzentren: Kommunen müssen Standorte benennen

In Hannover soll ein Groß-Impfzentrum an der Messe entstehen. Einige Landkreise wollen Sport- und Stadthallen nutzen. mehr

Hund fletscht die Zähne. © picture-alliance / dpa Foto: Christina Sjögren

Bad Pyrmont: Hund beißt kleinen Mischling tot

Der American Staffordshire Terrier war vor einem Laden angebunden. Beim Anblick des kleinen Hundes riss er sich los. mehr

Eine Frau hält die Hände einer anderen Person © Colourbox Foto: Pressmaster

Corona-Hilfe für den Norden: NDR startet Benefizaktion

Die Corona-Pandemie trifft benachteiligte Menschen hart. "Hand in Hand für Norddeutschland" setzt sich für sie ein. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen