Stand: 13.09.2018 16:04 Uhr

Marktkirche: Neuer Ärger um Lüpertz-Fenster

Seit Monaten sorgt das geplante "Reformationsfenster" in der Marktkirche in Hannover für Diskussionen. Ob das 13 Meter hohe Buntglasfenster, das der Maler, Grafiker und Bildhauer Markus Lüpertz entworfen hat und das Altkanzler Gerhard Schröder der Kirche schenken möchte, auch realisiert wird, ist nun offenbar unsicherer denn je. Weil sich ein Nachfahre des Nachkriegsarchitekten Dieter Oesterlen gegen den Entwurf ausgesprochen hat und der Einbau des Fensters die Urheberrechte berührt, sei das Projekt zunächst gestoppt, wie Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann NDR.de sagte. Der einst für den Reformationstag erhoffte Einweihung des Fensters sei daher nicht zu halten. "Wir hoffen aber, dass es im Jahr 2019 realisiert werden kann", sagte Kreisel-Liebermann. Zuerst hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Donnerstag) berichtet.

Klärendes Gespräch im Oktober

Der in Japan lebende Oesterlen-Nachfahre habe bereits vor längerer Zeit seinen Einwand per E-Mail übermittelt, sagte Kreisel-Liebermann dem NDR. In der Gemeinde habe man aber noch Hoffnung, ihn umstimmen zu können. Anfang Oktober ist laut der Marktkirchenpastorin ein klärendes Gespräch in Hannover geplant. Die Gemeinde will von dessen Verlauf abhängig machen, wie es weiter geht. Falls der Erbe nicht zustimmt, könnte die Gemeinde ein Gerichtsverfahren anstreben. Ob es so weit kommt, sei aber noch nicht absehbar, so Kreisel-Liebermann.

Denkmalschutz sorgt sich um Lichtverhältnisse

Weitere Unwägbarkeiten gibt es auch in Bezug auf den Denkmalschutz. Das kirchliche Amt für Bau- und Kunstpflege hat dem "Lüpertz-Entwurf" bislang nicht zugestimmt. Eine grundsätzliche Zustimmung sei zwar gegeben, so Kreisel-Liebermann, allerdings gibt es mehrere Auflagen. So gibt es Bedenken wegen möglicher Auswirkungen des geplanten Buntglasfensters auf die Lichtverhältnisse im Innenraum der Marktkirche. Die Denkmalpfleger wollen daher bei der Farbgestaltung der Scheiben Einfluss nehmen. Nach Angaben von Kreisel-Liebermann hat sich der Künstler Lüpertz gesprächsbereit erklärt. Eine weitere Auflage sei die Einlagerung der Fenster, die für das "Reformationsfenster" weichen müssen. Dies sei mit relativ hohen Kosten versehen, sagte die Marktkirchenpastorin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.09.2018 | 14:30 Uhr

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