Stand: 30.04.2019 18:07 Uhr

Lügde: Übersehene CD enthält weitere Kinderpornos

Die Polizei hat im Missbrauchsfall von Lügde riesige Mengen an digitalem Beweismaterial sichergestellt.

Die jüngst bei den Abrissarbeiten auf dem Campingplatz in Lügde nahe Bad Pyrmont sichergestellten Datenträger enthalten weiteres kinderpornografisches Material. Das teilte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung des Innenausschusses des Düsseldorfer Landtags mit. Die CD-Rom war neben weiteren Datenträgern von einem Abrissunternehmer gefunden worden. Die Polizei hatte das Grundstück wochenlang untersucht, dabei aber offenbar Datenträger übersehen und anschließend ein Gebäude für den Abriss freigegeben - ohne diesen zu beaufsichtigen. Das hatte teils scharfe Kritik ausgelöst.

Innenminister: "Für Verfahren nicht mehr relevant"

Laut Reul wurden weitere CDs gefunden, die teilweise nicht ausgelesen werden konnten. Elf ebenfalls sichergestellte Video-Kassetten hatten dem NRW-Innenminister zufolge keinen relevanten Inhalt. Die jetzt ausgewertete CD sei für das von der Staatsanwaltschaft Detmold geführte Verfahren aber nicht mehr relevant, so Reul. Für die Polizei sei der Fund der CD trotzdem wichtig, da er Hinweise auf andere Fälle und Opfer geben könnte.

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Lügde: Weitere Datenträger bei Abriss entdeckt

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Neue Ermittlungspanne im Missbrauchsfall von Lügde? Bei Abrissarbeiten auf dem Campingplatz hat der zuständige Unternehmer weitere CDs, Disketten und Videokassetten gefunden. Video (02:45 min)

Abriss ohne Polizei-Aufsicht

Bei mehreren Razzien auf der Parzelle des 56-jährigen Hauptverdächtigen hatten die Ermittler bereits riesige Mengen an belastendem Material gefunden und sichergestellt. Die anschließenden Abrissarbeiten waren aber nicht unter Polizei-Aufsicht durchgeführt worden, das hatte Kritik ausgelöst.

Ermittlungskommission mit 79 Mitarbeitern

Die nach dem Campingplatz nahe der niedersächsischen Landesgrenze benannte Ermittlungskommission "Eichwald" ist Reuls Angaben zufolge inzwischen auf 79 Mitarbeiter aufgestockt worden. Dem Hauptverdächtigen und einem 33-jährigen Komplizen wird vorgeworfen, auf dem Campingplatz jahrelang Kinder missbraucht und dabei gefilmt zu haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.05.2019 | 08:00 Uhr

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