Stand: 19.07.2019 20:48 Uhr

Hille: Höchststrafen für Dreifachmord

Im Prozess um den dreifachen Mord im ostwestfälischen Hille hat das Landgericht Bielefeld Höchststrafen gegen die beiden Angeklagten verhängt. Ein 53 Jahre alter ehemaliger Fremdenlegionär ist wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Damit ist eine Entlassung nach 15 Jahren sehr unwahrscheinlich. Sein 25 Jahre alter Ziehsohn muss wegen zweifachen Mordes ebenfalls lebenslang ins Gefängnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Alle Prozessbeteiligten können innerhalb einer Woche Revision einlegen.

"Schuld wiegt besonders schwer"

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Duo zwischen August 2017 und März 2018 auf zwei Höfen in Hille einen Nachbarn, einen Hilfsarbeiter und einen 30 Jahre alten Geschäftspartner aus Stadthagen (Landkreis Schaumburg) aus Habgier ermordet hat. "Die Schuld wiegt besonders schwer", sagte der Vorsitzende Richter Georg Zimmermann. Die Verteidiger beider Angeklagten hatten in ihren Plädoyers die Taten dem Mandanten des jeweils anderen zugewiesen. In dem vor zehn Monaten begonnenen Verfahren hatten sich die beiden Angeklagten wiederholt gegenseitig beschuldigt. An mehreren Tatwerkzeugen waren DNA-Spuren von beiden Männern festgestellt worden.

Familie meldete Opfer als vermisst

Der Fall kam ans Licht, weil die Familie eines Opfers - eines 30-Jährigen aus dem niedersächsischen Stadthagen - ihren Angehörigen als vermisst gemeldet hatte. Seine Leiche wurde auf einem Hof in Hille ausgegraben. Er soll umgebracht worden sein, weil er 5.000 Euro für eine angeblich geplante gemeinsame Baufirma zurückgefordert hatte. Später stießen die Ermittler auf die Leichen eines 72 Jahre alten Nachbarn sowie eines 64 Jahre alten Hilfsarbeiters. Laut psychiatrischen Gutachten sind beide Angeklagte voll schuldfähig und psychisch gesund.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 19.07.2019 | 18:00 Uhr

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