Stand: 21.02.2019 10:32 Uhr

Hanebuth: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen"

Spanische Ermittler haben Anklage gegen den Rockerboss Frank Hanebuth erhoben. Das hat der Angeklagte auf Nachfrage von NDR 1 Niedersachsen bestätigt. Ihm drohen bis zu 13 Jahre Haft, wie ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Madrid bestätigte. Hanebuth bestätigte, dass ihm die Anklage zugestellt worden sei. Sie müsse nun noch vollständig übersetzt werden. "Wir sind froh, dass es nun endlich losgeht", sagte Hanebuth NDR 1 Niedersachsen. Er wolle schließlich auch mal sein Leben planen. Einen Termin für die Verhandlung gebe es noch nicht. Hanebuth kündigte an, sich dem Prozess in Spanien stellen zu wollen. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", so Hanebuth.

Hannovers Hells Angels Chef Frank Hanebuth sitzt am 26.05.2010 in einer Anwaltskanzlei in Hannover, wo die verfeindeten Motorradclubs Hells Angels und Bandidos ihren Rockerkrieg beilegen. © dpa Foto: Jochen Lübke

Umfangreiche Anklageschrift im Fall Hanebuth

Geldwäsche, Bedrohung und unerlaubter Waffenbesitz - die Liste der Vorwürfe gegen Frank Hanebuth ist lang. Vor allem der Vorwurf der Gründung einer kriminellen Vereinigung wiegt schwer.

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Verteidigung ist aufgefordert, Stellung zu beziehen

Die Staatsanwaltschaft hat die Verteidigung nach Informationen der ARD dazu aufgefordert, innerhalb der kommenden vier Wochen Stellung zu beziehen. Hanebuth wird vorgeworfen, illegal Bordelle betrieben und so ein kriminelles Netzwerk finanziert zu haben. Konkret werden ihm Bildung einer kriminellen Vereinigung, Förderung illegaler Prostitution, Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen.

Zwei Jahre verbrachte Hanebuth im Hochsicherheitsgefängnis

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Frank Hanebuth war 2013 auf Mallorca festgenommen worden.

Hanebuth und Dutzende mutmaßliche Komplizen waren im Juli 2013 auf Mallorca bei einer Razzia festgenommen worden. Der Rockerboss blieb daraufhin für zwei Jahre in spanischer Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis in Cadiz. Im Juli 2017 kam er dann unter Auflagen frei: Er musste eine Kaution von 60.000 Euro hinterlegen und sich zunächst täglich bei einer spanischen Polizeistation oder einem spanischen Gericht melden. Inzwischen ist er wieder im hannoverschen Steintorviertel aktiv.

Zwei Führungsmitgliedern drohen 38 Jahre Haft

Neben Hanebuth hat die Staatsanwaltschaft 45 weitere Personen angeklagt, darunter auch zwei Führungsmitglieder der "Hells Angels", wie das "Mallorca Magazin" berichtet. Ihnen drohen demzufolge 38 Jahre Gefängnis. Angeklagt sind auch Polizisten, die mit dem Netzwerk zusammengearbeitet haben sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 20.02.2019 | 15:30 Uhr

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