Stand: 08.07.2020 20:45 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Firma baut sich eigenen Güterbahnhof in Nienburg

von Henning Orth
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Eine Straßenbaufirma hat den Verladeplatz wieder hergerichtet.

Für Karl-Jürgen Prull ist es ein bisschen Passion, er mag seinen Beruf als Logistikberater sehr. Deshalb freut er sich, dass die Reaktivierung eines ehemaligen Militärladegleises in Nienburg an der Bahnstrecke nach Minden geklappt hat. Denn Prull hilft Firmen, die wieder mehr oder überhaupt mit ihren Gütern auf die Schiene wollen.

Straßenbaufirma reaktiviert Güter-Umschlagplatz

Hallo Niedersachsen -

Eine Straßenbaufirma aus Bramsche hat die ehemalige Militärrampe an der Bahnstrecke Nienburg-Minden hergerichtet und will nun einen eigenen Umschlagplatz für Güter einrichten.

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Firma richtet Umschlagplatz her

Die Straßen- und Tiefbaufirma Dallmann aus Bramsche hatte den Verladeplatz einst von der Bahn ersteigert. Sie hat ihn wieder hergerichtet und ist seit Anfang Juli dabei, ihn als Umschlagplatz zu etablieren. Eisenbahnrechtlich ist das Gelände jetzt eine sogenannte Werksbahn. Der erste Zug liefert Baumaterial für die Instandsetzung des Verladegrunds, in einem späteren Szenario sollen Gleise möglicherweise noch verlängert werden, je nachdem, was möglich ist.

Ein Zug statt 120 Lkw-Fahrten

Die Firma Dallmann möchte den Platz nutzen, um einerseits ihre Baustellen im Norden gut und schnell mit Baumaterial versorgen zu können, ohne nochmals Hunderte Kilometer mit dem Lkw fahren zu müssen. Und andererseits ist die Einsparung eben jener Lkw-Fahren auch ein Ziel in Sachen Nachhaltigkeit. Ein einziger Zug mit 40 Waggons ersetzt bis zu 120 Lkw-Fahrten. An der Strecke liegen noch weitere Betriebe, die für Gütertransport auf der Schiene infrage kämen, etwa ein Recyclingunternehmen, ein Holzhandel und eine Spedition.

Bürgermeister lobt das Engagement

Geredet habe man schon miteinander, sagt Dallmann-Manager Dirk Frontzek. Man sei offen dafür, diese Rampe auch für andere, schwere Güterumschläge zu nutzen. Auch Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes (parteilos) ist angetan vom Engagement der Firma. Er hofft, dass das Gewerbegebiet in Nienburg-Langendamm langfristig vom Gleisanschluss profitiert. Und er findet es "bemerkenswert", dass das Projekt bis dato ohne öffentliche Förderung realisiert werden konnte. Mutmaßlich 20 Jahre nach dem letzten Zug von der Nienburger Rampe fahren seit dieser Woche wieder Güterzüge, möglicherweise ein kleiner, aber wichtiger Schritt für das Prinzip von mehr Gütertransport auf die Schiene.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 08.07.2020 | 19:30 Uhr

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