Einsatzkräfte stehen bei einem großangelegten Einsatz gegen die organisierte Kriminalität vor einem Bürogebäude in Essen. © dpa-Bildfunk/KDF-TV & Picture Foto: Stephan Witte

Europol-Razzien: Vier Festnahmen auch in Niedersachsen

Stand: 08.06.2021 14:53 Uhr

Bei einem internationalen Schlag gegen die organisierte Kriminalität haben Ermittler auch in Niedersachsen Gebäude durchsucht. Weltweit gab es 800 Festnahmen. Begonnen hatte alles mit einem Trick.

In Niedersachsen haben Ermittler nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) Objekte in den Landkreisen Schaumburg und Celle sowie in der Region Hannover durchsucht. Ermittelt wird gegen Personen, die im Verdacht stehen, Straftaten im Bereich der organisierten Kriminalität begangen zu haben. Insgesamt wurden in Deutschland 70 Personen festgenommen. Nach Angaben des LKA wurden in Niedersachsen vier Haftbefehle vollstreckt. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, mit Drogen und Waffen gehandelt zu haben.

Eine der bislang größten Polizei-Operationen

Europol hat das Vorgehen der Behörden innerhalb und außerhalb Europas koordiniert. Es sei eine der bislang größten Polizei-Operationen gewesen, teilte die Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union am Dienstag in Den Haag mit. Die Verbrecherbanden seien in mehr als 100 Ländern aktiv gewesen.

Manipulierte Handys in Banden eingeschleust

Polizeibehörden auf der ganzen Welt haben rund 18 Monate lange Telefongespräche und andere Kommunikation der Banden abgehört. Möglich war das laut Europol, weil Undercover-Beamte manipulierte Telefone in mehr als 300 Banden eingeschleust hatten, unter anderem bei Mafia-Gruppen in Italien, bei Motorrad-Gangs und internationalen Drogen-Syndikaten. Die angeblich verschlüsselt arbeitenden Telefone waren laut Europol mit einem Netzwerk verbunden, das vom FBI eingerichtet worden war. "Dies war einer der größten und ausgeklügeltsten Einsätze überhaupt", sagte der stellvertretende Europol-Direktor Jean-Philippe Lecouffe.

Tonnenweise Drogen, Geld und Schmuck beschlagnahmt

Laut Europol wurden bei der Aktion mehr als 800 Verdächtige in 16 Ländern festgenommen und mehr als 700 Häuser durchsucht. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler Tonnen an Drogen und stellten große Mengen an Bargeld, Juwelen sowie Waffen sicher. Die Operation "Trojan Shield" (Trojanisches Schild) stand unter Leitung des amerikanischen FBI, der US-Drogenbehörde FDA, der Polizei von Schweden und der Niederlande und war von Europol koordiniert worden. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Erkenntnisse der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamtes.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 08.06.2021 | 15:00 Uhr

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