Reinhold Hilbers (CDU) spricht im niedersächsischen Landtag. © NDR

Einigung bei der Messe AG: Stellenabbau und Vier-Tage-Woche

Stand: 09.12.2020 19:46 Uhr

Der Rettungsplan für die angeschlagene Deutsche Messe AG in Hannover steht. In der Nacht zum Mittwoch einigten sich Management und Arbeitnehmervertretung auf ein Konzept.

Das sagte Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) im Landtag. Demzufolge bietet das Konzept der Stadt und dem Land als Trägern die Grundlage, die Deutsche Messe AG mit einer Bürgschaft von 120 bis 130 Millionen Euro und einer Kapitalspritze von 20 Millionen Euro zu stützen. Die Zahl der Mitarbeiter soll von 738 auf 525 sinken, und es soll ab 2022 eine Vier-Tage-Woche ohne Lohnausgleich eingeführt werden. Die Messe soll sich nach dem Konzept auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Corona setzt der Branche zu

Die Messe leidet wie viele andere Unternehmen unter der Corona-Pandemie. Man stecke "inmitten der größten Krise der Messe- und Eventbranche", hatte Vorstandsvorsitzende Jochen Köckler Ende November gesagt. Vor allem die Absage der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe hatte im Frühjahr zu großen Einnahmeverlusten geführt. Auch viele andere Veranstaltungen fielen aus. Nach Unternehmensangaben wird für dieses Jahr ein Minus von 103 Millionen Euro erwartet - bei einem Umsatz in Höhe von 95 Millionen Euro. 2019 lag der Umsatz noch bei knapp 350 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.12.2020 | 12:00 Uhr

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