Corona Schnelltests © picture alliance/dpa Foto: Sebastian Gollnow

Corona-Schnelltests an Schulen sorgen für Kritik

Stand: 17.03.2021 17:02 Uhr

Niedersachsen hat begonnen, Corona-Selbsttests an die Schulen zu liefern. Vor Ostern sollen Lehrkräfte und Schüler den Umgang mit den Tests üben. Unklar ist, ob die Tests bis dahin überall eintreffen.

Rund 400.000 Testkits seien bisher an weiterführende Schulen in Südniedersachsen, in der Region Hannover und im Raum Braunschweig verteilt worden, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch im Landtag. Alle weiteren Regionen und auch die Grundschulen würden in den kommenden Wochen beliefert werden, so Tonne. Niedersachsen hatte erst Anfang März Selbsttests bestellt. Bis wann also tatsächlich alle rund 3.000 Schulen im Land damit versorgt sind, kann Tonne nicht sagen.

"Bürokratisches Ungetüm"

Lehrerverbände und Schulleiter beschweren sich über zu viel Bürokratie - und befürchten eine Überlastung des Personals. Die Schulen haben seitenweise Formulare und Hinweise erhalten, das Land regelt darin detailliert, wie Schulleiter ihre Lehrkräfte unterweisen sollen, wie die Tests gelagert werden und was Lehrer protokollieren müssen. Die Lehrergewerkschaft GEW hält die Tests für richtig, allerdings habe der Minister ein bürokratisches Ungetüm geschaffen, heißt es.

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Probewoche noch vor Ostern

Ältere Schüler sollen den Abstrich in der Schule machen. Grundschüler erhalten die Tests für zu Hause, damit die Eltern dabei sind. Geplant ist eine Testwoche vor den Osterferien, damit sich alle mit den Abläufen vertraut machen können. Schulen, die die Tests bereits bekommen haben, können schon in dieser Woche starten.

Reicht ein Test pro Woche aus?

Nach Ostern sollen sich dann sowohl das Personal als auch die Schüler anlasslos einmal pro Woche vor Unterrichtsbeginn testen. Anlassbezogen soll es zusätzliche Tests geben, zum Beispiel am ersten Präsenztag nach den Ferien, bei Infektionen im Umfeld der Beteiligten oder gehäuften Infektionen in der jeweiligen Region.

"Einmaliges, wöchentliches Testen reicht längst nicht aus und schafft nur Scheinsicherheit", kritisierte GEW-Landeschefin Laura Pooth. Sie fragt auch: "Warum finden die Tests nicht statt, bevor potenziell Infizierte die Schulen betreten?" Das sei zum Beispiel zu Hause, in Testzentren oder mit Hilfe mobiler Teams möglich.

Keine Corona-Selbsttests vom Land für die Kitas

Kritik gibt es auch daran, dass Kita-Kinder im Gegensatz zu Schülern keine Corona-Selbsttests vom Land erhalten sollen. "Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor, Kinder in Kindergärten und in den Krippen zu testen", sagte Minister Tonne. Der Grund: Kitas seien nach bisherigen Erkenntnissen keine besonderen Infektionsherde. Der Grüne Landtagsabgeordnete Volker Bajus warf der Regierung vor, mit diesem Schritt ihren "Kurs der Nichtbeachtung der Kleinsten" fortzusetzen.

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