Stand: 29.06.2020 06:44 Uhr

Corona: Neue Regeln für Homeschooling geplant

von Torben Hildebrandt

Wie sollen Niedersachsens Schüler künftig zu Hause unterrichtet werden? Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) plant neue Regeln für das sogenannte Homeschooling in Zeiten des Coronavirus. Die Vorschriften für Lehrer und Schulen sollen klarer und einheitlicher gefasst werden, sagte Tonne NDR 1 Niedersachsen. Tonne kündigte an, er wolle nun auswerten. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich wieder weitere Phasen des Lernens von zu Hause anschließen", sagte er. "Das möchte man nicht, das ist nicht unser Ziel. Aber das dann weiter zu vereinheitlichen, ist sicherlich richtig." 

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Blick auf einen Schreibtisch.
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Videokonferenzen oder Arbeitsblätter?

Hintergrund ist die Situation der vergangenen Wochen. Homeschooling - das heißt auch genervte Eltern und Technik, die nicht läuft. Familien berichten auch von Lehrkräften, die nicht oder nur schwer zu erreichen waren. Klar ist: Von Schule zu Schule wurde und wird der sogenannte Distanzunterricht anders organisiert. In manchen Klassen sind Unterricht per Videokonferenz inzwischen ganz normal; andernorts müssen Kinder Arbeitsblätter bearbeiten und sie persönlich wieder in die Schule bringen.

"Sehr viele sehr differenzierte Rückmeldungen"

Tonne warnt in der Diskussion vor Schuldzuweisungen. "Es ist keine Zeit, um in ein Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen. Wir haben sehr viele, sehr differenzierte Rückmeldungen", so der SPD-Politiker. Der Minister wirbt um Verständnis, dass das Lernen von Zuhause Schulen und Familien unvorbereitet getroffen hat. "Es musste sofort umgestellt werden, es musste in ein Verfahren gegangen werden, das keiner vorher geprobt hat, sondern das von einem Tag auf den anderen sein musste. Dafür ist das gut gelaufen", findet er.

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Landeselternrat begrüßt Pläne

Tonne will nun neu regeln, auf welchem Weg Lehrer Kontakt zu ihren Schülern halten und wie umfangreich die Aufgaben für zu Hause sein sollen. Außerdem will er klären, in welchen Zeitabständen Schüler eine Rückmeldung zu ihren Aufgaben bekommen. Der Landeselternrat begrüßt diese Pläne. "Wir haben zahlreiche Rückmeldungen, dass das Homeschooling ausbaufähig ist und die Präsenz der Lehrer noch verbessert werden muss", sagte die Vorsitzende Cindy-Patricia Heine.

Einmal pro Woche von zu Hause?

Sie fordert, dass Schulen und Schüler mit besserer Technik ausgestattet werden, außerdem müssten Videochats und Lernplattformen stärker genutzt werden. Der Landeselternrat hat auch eine ungewöhnliche Idee. Die Vorsitzende Heine schlägt einen Homeschooling-Tag pro Woche vor - auch wenn der Regelunterricht an den Schulen wieder läuft. "Wir hängen hinterher, was Digitalisierung angeht. Wir könnten uns da weiter öffnen", sagte sie.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.06.2020 | 06:00 Uhr

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