Stand: 21.06.2019 12:01 Uhr

AKW Grohnde kann vorerst weiter Strom produzieren

Der Streit der Energiekonzerne PreussenElektra und Vattenfall um den Fortbestand des AKW Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont ist vorläufig beigelegt. Nach Angaben des Landgerichts Hamburg hat PreussenElektra seinen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung zur unentgeltlichen Übertragung der Reststrommenge zurückgezogen. Vorausgegangen war eine Einigung darauf, 10.000 Gigawattstunden vom AKW Krümmel an das AKW Grohnde zu übertragen. Das Hauptsacheverfahren wird laut Gericht weiter betrieben.

Reststrommengen im Jahr 2000 festgelegt

Festgelegt wurden die Restrommengen für jedes einzelne AKW im sogenannten Atomkonsens im Jahr 2000, als die Nutzung der Atomkraftwerke zeitlich begrenzt und ein Neubauverbot vereinbart wurde. Im Fall von Grohnde ist die Reststrommenge voraussichtlich im Oktober aufgebraucht, PreussenElektra will es aber bis 2021 am Netz lassen. Daher hatte das Unternehmen die Einstweilige Verfügung für die Übertragung der 10.000 Gigawattstunden beantragt. Am AKW Krümmel sind Vattenfall und PreussenElektra nämlich je zur Hälfte beteiligt. Krümmel ist außerplanmäßig 2011 in Folge des Reaktorunfalls von Fukushima endgültig vom Netz genommen worden - und hatte noch eine entsprechend große Reststrommenge.

Reststrommenge hat Wert in Höhe von etwa 415 Millionen

Mit der Einigung kann das Kraftwerk Grohnde nun über den Herbst hinaus betrieben werden. PreussenElektra beansprucht allerdings die gesamte Reststrommenge des AKW Krümmel für das AKW Grohnde - und zwar ohne Entschädigung. Auf dem freien Markt hätte die Reststrommenge einen Wert in Höhe von etwa 415 Millionen Euro.

Urteil am 29. August

Gratis ist die Übertragung für PreussenElektra nicht. Eine Sprecherin sprach von einer Summe, die gezahlt worden sei - unter der Bedingung der Rückzahlung, sollte die Klage Erfolg haben. Vor Gericht war von 278 Millionen Euro die Rede. Mit einem Urteil im Hauptsacheverfahren wird für den 29. August gerechnet.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 21.06.2019 | 06:30 Uhr

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