Stand: 06.08.2018 18:26 Uhr

A2: Ministerium glaubt nicht an Autobahn-Elfen

Verärgerte Trolle und Elfen, die für die zahlreichen Unfälle auf der A2 verantwortlich sein könnten und deshalb von einer Elfenberaterin besänftigt worden sind: Das niedersächsische Verkehrsministerium ist von dieser Aktion nicht begeistert. Im Gegenteil. Das Ministerium "hält Spiritualität nicht für ein geeignetes Mittel, um den Straßenverkehr sicherer zu machen", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber NDR.de.

Vorgang werde sich nicht wiederholen

Zudem sei das Verkehrsministerium im Vorfeld nicht über die Streckenkontrollfahrt mit der Elfenbeauftragten informiert worden. Sonst hätte es die Aktion "umgehend untersagt". Der Fall werde dem Thema Verkehrssicherheit auf Autobahnen nicht gerecht. "Er ist geeignet, die bereits ergriffenen und zukünftigen Maßnahmen und damit die Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ministerium und der Niedersächsischen Landesstraßenbaubehörde, die sich ernsthaft und mit viel Engagement für die Sicherheit auf Niedersachsens Straßen einsetzen, in der Öffentlichkeit zu konterkarieren." Das Ministerium werde sicherstellen, dass sich ein "derartiger Vorfall nicht wiederholt".

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Gespräche mit Fabelwesen und Wildschweinen

Dabei wollte die selbsternannte Elfenberaterin Melanie Rüter aus Deensen im Landkreis Holzminden doch nur helfen. Sie ist überzeugt davon, dass verärgerte Trolle, Elfen und Zwerge Schuld an den vielen Unfällen sind. Daher hatte sie der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ihre Unterstützung angeboten - und die Beamten griffen prompt zu. Zusammen mit einer Kollegin - einer Tierkommunikatorin - und Mitarbeitern der Straßenbehörde fuhr sie zu Unfallschwerpunkten auf der A2. Die beiden Frauen sprachen mit Wildschweinen und Fabelwesen, baten um Verzeihung und erklärten ihr Anliegen. So sollen die Unfallschwerpunkte "energetisch versiegelt" worden seien.

Wieder Unfälle am Montag

Aberglaube oder wahre Fähigkeiten? Zumindest an einem neuralgischen Punkt bei Hämelerwald hätte es seit dem Besuch der Elfenbeauftragten keine schweren Unfälle mehr gegeben, bestätigte der Chef der Landesstraßenbaubehörde in Hannover, Friedhelm Fischer. Allerdings ereigneten sich am Montag bereits wieder zwei Unfälle in der Nähe - bei Peine. Ein Lastwagenfahrer wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 06.08.2018 | 06:40 Uhr

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