Stand: 16.09.2019 12:37 Uhr

A2: Beauftragte zieht positive Zwischenbilanz

Die in Niedersachsen für die Autobahn 2 zuständige Beauftragte, Kirsten Hauk, hat ein positives Zwischenfazit ihrer bisherigen Arbeit gezogen. Die Bauingenieurin ist seit Anfang 2017 in der Straßenbaubehörde in Hannover für den rund 170 Kilometer langen Abschnitt der Ost-West-Autobahn in Niedersachsen zuständig. Die Baustellen auf der Strecke so zu gestalten, dass der Verkehrsfluss weniger beeinträchtigt werde, sei ein erster Erfolg, sagt sie.

125.000 Fahrzeuge täglich

Gleichwohl sieht Hauk die A2 "an der Grenze". Ihren Angaben zufolge sind täglich 125.000 Fahrzeuge auf dem niedersächsischen Abschnitt unterwegs. Davon ist jedes vierte Fahrzeug ein Lkw. "Meine Aufgaben sind die Straßenbauarbeiten, die Brückenerhaltung und den Betriebsdienst zu koordinieren, um Eingriffe möglichst gering zu halten." Im Nachgang werde geschaut, ob sich aus den Abläufen Rückschlüsse für künftige Arbeiten ziehen lassen.

Ein Feuerwehr geht neben einem verunglückten Lkw (Grafik). © NDR, picture alliance

Die A2: Unfall-Hotspot in Niedersachsen

Die Autobahn 2 ist in Niedersachsen der Unfall-Schwerpunkt. Überproportional hoch ist auch die Zahl der tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer.

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Optimiertes Baustellenkonzept

Baustellen und Staus kosten die Pkw- und Lkw-Fahrer allerdings nicht nur Nerven. Sie können auch tödliche Folgen haben. Denn auf der A2 kommt es immer wieder zu schweren Unfällen an Stau-Enden. An rund einem Drittel solcher Unfälle seien Lkw beteiligt, sagt die A2-Beauftragte. Um diese häufige Unfallursache auf der A2 zu bekämpfen, schob Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) vor gut einem Jahr ein optimiertes Baustellenkonzept an. Generalunternehmer sollen Baustellen schneller aus einer Hand abarbeiten. Zudem soll möglichst darauf verzichtet werden, Spuren zu sperren. Kirsten Hauk sagt dazu: "Das ist keine normale Autobahn, wo man mit normalen Richtlinien arbeiten kann." Die Polizei bezeichnete die viel befahrene Transit-Route bezeichnenderweise einmal sogar als "Bestie".

Überholverbote missachtet

Doch zumindest scheint das Mittel, Spuren nicht zu sperren, zu fruchten. "Das Aufrechterhalten der Fahrspuren ist gut für die Pkw", bilanziert Hauk. Immer wieder hielten sich Lkw-Fahrer aber nicht an Überholverbote und Verkehrsschilder und es krache trotzdem. "Wir überlegen, ob und wie wir das in den Griff bekommen", sagt Hauk. Nach Unfällen würden Zusammenhänge untersucht, eine Unfallkommission nehme Häufungen in den Blick. Wichtig sei es, die variablen Tempolimits auf der A2 zu beachten, betont Hauk.

A2 ohne Baustellen illusorisch

Eine völlig baustellenfreie A2 - das ist eine Wunschvorstellung aller Pkw- und Lkw-Fahrer. Doch da kann die Autobahn-Beauftragte den Verkehrsteilnehmern wenig Hoffnung machen. Asphaltieren könnten die Baufirmen wegen der Außentemperaturen nur von Anfang Mai bis in den Oktober hinein und dazwischen seien zudem viele Zeiten tabu: Die großen Messen in Hannover, Großveranstaltungen, Konzerte, Ferien und Betriebsferien spielten eine Rolle. Auch ein Rund-um-die-Uhr-Arbeiten sei nicht so einfach möglich. Für etliche Arbeiten benötigen die Baufirmen Tageslicht. Auch der Lärmschutz müsse berücksichtigt werden, so Hauk.

Empfindlicher Flüsterasphalt

Der gesetzlich vorgeschriebene Lärmschutz schafft zudem Probleme. So wurde beim Ausbau der A2 nach der Wiedervereinigung der sogenannte Flüsterasphalt verbaut. Doch dieser offenporige Straßenbelag muss in der Regel bereits nach sechs bis acht Jahren erneuert werden. Gänzlich zu verhindern sind Baustellen also nicht. Um die Baustellen noch besser zu machen, gebe es gemeinsam mit dem ADAC Bereisungen, sagt die A2-Beauftragte. Untersucht werde, ob die warnenden Plakate entlang der Strecke sinnvoll oder eine Überfrachtung seien. Währenddessen schickt die Straßenbehörde Informationen für die Trucker in etlichen Sprachen in deren speziellen Kommunikationskanal, den CB-Funk.

Mehr als 4.000 Staus gezählt

Die jüngsten Zahlen des ADAC werden den staugeplagten Autofahrern übrigens wenig Hoffnung machen: Allein in Niedersachsen bildeten sich im Sommer 4.070 Staus über eine Strecke von 11.369 Kilometern. Das ist mehr als im Sommer 2018 mit 3.347 Staus auf einer Gesamtlänge von 8.657 Kilometern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.09.2019 | 11:00 Uhr

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