Stand: 17.04.2019 15:49 Uhr

16-Jährige darf monatelang nicht in die Schule

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Schulen in Hannover sind sehr voll - eine 16-Jährige fand keinen Platz. (Themenbild)

Trotz der Schulpflicht ist eine 16-Jährige in Hannover drei Monate nicht in die Schule gegangen - jedoch nicht, weil sie es nicht gewollt hätte. Das Problem: Es fand sich keine Schule, die die Jugendliche aufnehmen wollte. Nun, nach Berichterstattung in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) und dann auch des NDR, ist offenbar sehr schnell eine Lösung gefunden worden: Nach den Osterferien darf die Schülerin wieder Schülerin sein. Die 16-Jährige hat einen Platz bekommen, wie das Kultusministerium am Mittwoch mitteilte.

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Schulbehörde hat keine Lösung

Das Mädchen war aus Hessen nach Hannover gezogen. Gleich mehrere Schulen teilten der Familie Ende Januar mit, dass sie voll seien. Auch die Landesschulbehörde kannte das Problem. Die HAZ zitiert die Behörde mit den Worten: "Eine wiederholte Zuweisung über die maximale Klassenfrequenz ist pädagogisch, aber eben auch im Sinne der Kinder, auf Dauer nicht vertretbar."

Eine Schule ist gefunden

Das Kultusministerium bewertete die Hängepartie am Mittwoch als nicht hinnehmbaren Zustand. "Wir prüfen die Sache", sagte eine Ministeriumssprecherin. Grundsätzlich müsse aber die Stadt Hannover einen Platz an einer Schule organisieren. Der 16-Jährigen dürfte eher egal sein, wer zuständig ist. Wichtiger für sie war vermutlich die Nachricht vom frühen Mittwochnachmittag: Eine Schule ist gefunden, nach den Osterferien geht's los.

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Volle Klassen in Hannover

Hannover hat nach Angaben des Ministeriums generell ein Problem mit vollen Schulen. In den meisten Jahrgängen der Oberschulen und Gesamtschulen, zunehmend auch der Realschulen, seien keine Plätze vorhanden oder die Schulen seien bereits überbelegt. Zuletzt waren der Landesschulbehörde in der Stadt Hannover 24 Kinder und Jugendliche ohne Schulplatz bekannt gegeben worden. Sie konnten den Angaben zufolge mittlerweile alle an Schulen untergebracht werden. Das Kultusministerium wolle zusammen mit der Landesschulbehörde und Schulträgern das Zuweisungsverfahren analysieren und verbessern. Aber: "Dauerhaft kann dieses Problem nur durch mehr Schulplätze gelöst werden", hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 17.04.2019 | 17:00 Uhr

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