Stand: 12.09.2020 19:30 Uhr

1.100 Teilnehmer bei Demo gegen Corona-Regeln

Insgesamt etwa 1.100 Menschen haben nach Angaben der Polizei am Sonnabend in Hannover gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen protestiert. Zur Abschlusskundgebung am Georgsplatz kamen etwa 900 Teilnehmer. Sie beklagten die aus ihrer Sicht unangemessene Eingriffe in die Grundrechte und staatliche Willkür. Dabei kam es zu gelegentlichen Rangeleien und Provokationen mit den etwa 700 Gegendemonstranten. Im Großen und Ganzen blieben Proteste und Gegendemonstrationen nach Polizeiangaben aber friedlich.

VIDEO: Demos für und gegen Corona-Maßnahmen (3 Min)

Verwaltungsgericht: Auflagen verhältnismäßig

Der Zug der Corona-Skeptiker musste allerdings zwischendurch stoppen: Die Teilnehmer wurden vom Veranstalter aufgefordert, den Mindestabstand einzuhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das Verwaltungsgericht Hannover hatte zuvor einen Eilantrag der Corona-Gegner abgewiesen. Es gebe eine Epidemie-Lage von nationaler Tragweite, die Auflagen seien daher verhältnismäßig, so das Gericht. Alle Teilnehmer müssten einen Mund-Nase-Schutz tragen - außerdem müssen sie einen Mindestabstand von eineinhalb Metern, zu den Rednern von fünf Metern, einhalten.

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Gegnern der Corona-Maßnahmen demonstrieren in Hannovers Innenstadt. Im Vordergrund: Polizei. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

Corona-Skeptiker protestieren - und die Gegner auch

In Hannover haben am Sonnabend Hunderte gegen die Corona-Regelungen protestiert. Es gab mehrere Gegendemonstrationen gegen die Proteste - auch die Polizei war in Alarmbereitschaft. Bildergalerie

Mehrere Hundert Gegendemonstranten

Die Gegendemonstranten kritisierten in ihren Redebeiträgen unter anderem die Verschwörungstheoretiker und forderten die Gesellschaft auf, die echten Probleme der Corona-Pandemie anzugehen. Die meisten Teilnehmer hier trugen eine Maske. Bei den Protestveranstaltungen wurden von der Polizei bei der Linksjugend etwa 200 Teilnehmer gezählt, bei der Kundgebung "Aufstehen gegen Rassismus" etwa 450 Personen.

Rednerin spricht von "Fake-Pandemie"

Eine Rednerin der Corona-Skeptiker sprach zu Beginn der Proteste von einer "Fake-Pandemie". "Sie nehmen uns unsere Menschenrechte ab", sagte sie im Hinblick auf die Bundesregierung. Eine private Initiative hatte den Protest angemeldet. Es war ursprünglich mit deutlich mehr Teilnehmern gerechnet worden. Die Gegner der Corona-Auflagen zeigten Plakate mit Slogans wie "Angst frisst Hirn" oder "Inzwischen sind mehr Menschen an Corona verblödet als gestorben". Einige Demonstranten versuchten auch, sich von Rechtsextremen abzugrenzen und skandierten "Nazis raus!".

Zahlreiche Fahrzeuge der Polizei stehen vor dem niedersächsischen Landtag, um das Gebäude vor Demonstrationen zu sichern, die durch die Innenstadt ziehen. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich
Nach den Vorfällen in Berlin hat die Polizei den Landtag in Hannover am Sonnabend abgeschirmt.
Polizei mit Großaufgebot vor Ort

Bei einer ähnlichen Demonstration in Berlin hatten vor zwei Wochen unter anderem Rechtsextreme und Reichsbürger versucht, das Reichstagsgebäude zu stürmen. Am Sonnabend war in Hannover ein Großaufgebot der Polizei vor Ort: Etwa ein Dutzend Polizeiwagen parkte vor dem Landtag, 15 Beamte standen direkt vor der Tür des Parlamentsgebäudes. Auch an anderen Orten der Landeshauptstadt war die Polizei präsent - unter anderem mit einer Reiterstaffel und einem Hubschrauber, außerdem standen Wasserwerfer bereit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.09.2020 | 08:00 Uhr

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