Stand: 21.12.2016 16:56 Uhr

Rechtsextremer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der Braunschweiger Pierre B. ist am Mittwoch vom Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Die Strafe: Zwei Jahre Haft auf Bewährung und 7.000 Euro Schmerzensgeld, die der Anhänger der rechten Szene an eines seiner Opfer zahlen muss. Im Februar hatte B. auf dem Schulhof eines Gymnasiums mit solcher Wucht auf zwei 19-Jährige eingeschlagen, dass einer von ihnen einen Kieferbruch, der andere eine Gehirnerschütterung erlitt.

"Kein Kopf der Neonaziszene"

Das Gericht in Braunschweig kommt mit seinem Urteil weitgehend den Forderungen von Anklage und Verteidigung nach. Die Staatsanwältin sagte am Mittwoch, der 24-Jährige sei keine rassistisch und menschenverachtend denkende Person - und kein Kopf der Neonaziszene. Der Verteidiger sagte, sein Mandant habe eingesehen, dass er eine Menge Mist gebaut habe. Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt die Tat gestanden und sich in knappen Worten bei den Opfern entschuldigt. "Es tut mir leid", sagte der Bodybuilder und Ex-Kampfsportler auch in seinem Schlusswort.

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Eine Persönlichkeitsstörung als Auslöser

Richterin Antje Gille wertete das Geständnis als strafmildernd. In der Begründung der Urteils hob sie hervor, dass dem Mann als Ersttäter eine Bewährungsstrafe zusteht - unabhängig von seiner politischen Gesinnung. Auslöser der Prügelei war nach Überzeugung der Richterin nicht die ideologische Gesinnung von Pierre B., sondern eine Persönlichkeitsstörung. Diese sei durch seine schwere Kindheit mit eigenen Gewalterfahrungen bedingt.

Polizei mit Pfefferspray gegen Linke und Rechte

Am Rande des Prozesses waren vor dem Braunschweiger Amtsgericht Angehörige der linken und rechten Szene aneinandergeraten. Laut Polizei wurden dabei drei Beteiligte leicht verletzt. Die Beamten mussten Pfefferspray einsetzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 21.12.2016 | 16:00 Uhr

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