Porzellanmanufaktur Fürstenberg: Land will nicht verkaufen
Trotz der angespannten Corona-Haushaltslage will das Land Niedersachsen die Porzellanmanufaktur Fürstenberg im Landkreis Holzminden nicht abgeben.
Es gebe derzeit keine Pläne, das Engagement über eine landeseigene Investment-Gesellschaft bei dem Unternehmen aufzulösen, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Er widersprach damit Gerüchten, dass für die Firma private Investoren gesucht würden. "Wir sind der Auffassung, dass wir solche kulturhistorisch wertvollen Institutionen erhalten sollten", sagte Weil. Er warne vor einem Ausverkauf von kulturellem Erbe. Das traditionsreiche Unternehmen sei eine der wichtigsten deutschen Porzellanmanufakturen.
Millionenverluste im Jahr 2017
Fürstenberg ist nach Meissen in Sachsen die älteste deutsche Porzellanmanufaktur. Gegründet wurde sie 1747. Das Geschäft mit dem sogenannten Weißen Gold war in den vergangenen Jahren allerdings stark rückläufig. 2017 machte Fürstenberg ein Minus von knapp 4,2 Millionen Euro. Mitarbeitende mussten gehen. Bis 2019 war das Unternehmen im Besitz der Nord/LB. Weil die Landesbank selbst in finanzielle Probleme geriet, hatte das Land über die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft (HanBG) 98 Prozent der Anteile übernommen. Zwei Prozent hält der Landkreis Holzminden.
