Stand: 16.10.2017 19:08 Uhr

Live-Comic: Schweres Thema leicht gezeichnet

von Julian Theilen

Was braucht gelungene Integration? Wie können Fluchtursachen bekämpft werden? Seit Monaten wird dieses Thema in der Öffentlichkeit von Politikern, Talkmastern und Bürgern lautstark debattiert. Die Diskussion in der Göttinger Innenstadt hingegen verläuft ganz still. Die Aktion "Comic-Live" des Entwicklungspolitischen Informationszentrums ( EPIZ ) braucht statt langer Reden nur einen Stift und möchte vor allem eins: Aufmerksamkeit für das brisante Thema Migration, ganz ohne Polemik.

"Bilder helfen mir, Themen besser zu verstehen"

Dafür zeichnet die Künstlerin Imke Schmitt-Sari in verschiedenen Städten politische Comics auf ein großes Plakat - in Göttingen sogar begleitet von Trommlern und Geigenspielern. "Ich habe schon mit zehn Jahren immer unter dem Schultisch gezeichnet. Bilder zu kreieren - das hilft mir, Themen besser zu verstehen." Die Anregungen für ihre Comics kommen an diesem Tag aber nicht von ihr selbst, sondern von Passanten, die sich in einer Traube um das große Plakat versammelt haben. Auf kleine bunte Zettel schreiben sie Schlagwörter wie "interkultureller Austausch" und "Bildungsfonds für Flüchtlinge".

Abstrakte politische Diskussion

Schmitt-Sari setzt sie anschließend künstlerisch um, bis auf zwei mal eineinhalb Metern ein großes Gesamtportrait entsteht. "Es hilft mir selbst auch, andere Perspektiven einzunehmen und unterschiedliche Themen miteinander zu verknüpfen", sagt Schmitt-Sari. Für die Veranstalterin Noreen Hirschfeld war diese abstrakte politische Diskussion überfällig: "Bei uns im EPIZ haben wir meist ganz klassisch mündlich diskutiert. Mit den Live-Comics wollen wir vor allem auch ein jüngeres Publikum ansprechen."

Bildungsabschlüsse leichter anerkennen

Junge Leute wie die 22-jährige Clara Kamper zum Beispiel. Auf ihrem bunten Zettel für die Comic-Zeichnerin thematisiert sie die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen: "Ich finde es wichtig, dass die Hochschulabschlüsse aus den Heimatländern der Flüchtlinge leichter anerkannt werden - sonst kann Integration schwer gelingen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 13.10.2017 | 14:30 Uhr

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