Stand: 07.02.2019 10:56 Uhr

Lies fordert Gesamtkonzept für die Asse

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In der Asse lagern seit mehr als 50 Jahren Fässer mit radioaktivem Abfall.

Vor dem Besuch von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) im Atommülllager Asse dringt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) auf eine zügige Planung, um 2033 mit der Rückholung des Mülls beginnen zu können. Er schränkt aber ein: "Es gilt schon Sorgfalt vor Eile."

Auf NDR Info bekräftigte Lies, dass die Menge des einströmenden Wassers in den vergangenen Wochen kontrollierbar geblieben sei. "Wir verfolgen das sehr genau. Wir wissen, wo das Wasser herkommt und können auch nachvollziehen, wenn das ansteigt, und haben Vorbereitungen getroffen, um auch größere Mengen wieder aus dem Bergwerk zu transportieren. Aber es stabilisiert sich im Moment."

Zwischenlager-Standortfrage muss geklärt werden

Lies verwies darauf, dass der Wassereintritt auch eine Rolle bei der Planung des Schachts Asse 5 spielt, der für die Rückholung der Fässer benötigt wird: "Wir müssen einen wirklichen Gesamtplan aller Maßnahmen haben, die nicht nacheinander gedacht und angegangen werden, sondern parallel geplant werden, sodass wir keine Zeit verlieren und das Risiko, das natürlich immer besteht, deutlich weiter reduzieren können." Die Frage, wo das notwendige Zwischenlager liegt, müsse jetzt geklärt werden, so Lies: "Wir können nicht den Schacht bauen und dann in einen jahrelangen Streit verfallen, wo denn das Zwischenlager hinkommt."

Niedersachsens Umweltminister ließ auf Nachfrage keine Präferenz für einen Standort erkennen. Man müsse klug und transparent abwägen, ob man größere Distanzen in Kauf nehmen und damit wieder andere Risiken eingehen wolle. Bei einem Lager in der Nähe der Asse sei dagegen wieder Kritik vor Ort zu erwarten. "Aber man muss es jetzt machen, sonst haben wir den Schacht fertig, und wir haben keine Lösung fürs Zwischenlager. Das wäre wirklich der schlimmste anzunehmende Fall", sagte Lies auf NDR Info.

Konkrete Pläne bis Ende des Jahres?

Seit mehr als 50 Jahren lagern in der Asse bei Remlingen (Landkreis Wolfenbüttel) Fässer mit radioaktivem Abfall. Nach der bisherigen Planung soll es bis 2033 dauern, bis das Lager stillgelegt wird. Die federführende Bundesgesellschaft für Endlagerung hatte vor Kurzem angekündigt, bis Ende des Jahres konkrete Pläne für den nötigen Schachtbau, die Rückholung und die Zwischenlagerung vorzulegen. "Jedes Jahr, das wir sparen, ist ein Jahr, mit dem wir sicherer sind, den Müll auch wirklich aus der Asse zurückzuholen", bekräftigte Lies auf NDR Info.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 07.02.2019 | 07:08 Uhr

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