Stand: 05.02.2017 13:38 Uhr  | Archiv

Großkunde verklagt VW auf 11,9 Millionen Euro

VW-Fahrzeuge fahren am Betriebsgelände des Fischunternehmens "Deutsche See" in Bremerhaven vorbei. © dpa Foto: Ingo Wagner
Die Bremerhavener Fischmanufaktur Deutsche See verklagt VW.

Es vergeht kaum eine Woche, in der es keine Neuigkeiten im Fall der Abgas-Manipulationen bei Volkswagen gibt. Nun verklagt einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge der erste deutsche Großkunde den Wolfsburger Autobauer. Die Fischmanufaktur Deutsche See aus Bremerhaven ist demnach vor das Landgericht Braunschweig gezogen - mit einer Schadenersatzforderung in Höhe von 11,9 Millionen Euro. Unternehmenschef Egbert Miebach sagte der Zeitung, Deutsche See fühle sich arglistig getäuscht. Bereits im Sommer 2016 hatte das Fischunternehmen die Klage angekündigt. Der Marktführer für Fisch- und Meeresfrüchte stellte vor sieben Jahren seine Flotte von rund 500 Firmenwagen auf VW-Dieselautos um. Der Grund: Deutsche See wollte seine Fahrzeuge umweltschonender machen.

VIDEO: Fischmanufaktur Deutsche See verklagt VW (2 Min)

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Ferdinand Piech. © picture alliance / dpa Foto: Julian Stratenschulte

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Unterdessen meldete sich Jörg Hofmann, IG-Metall-Chef und VW-Aufsichtsrat, zu Wort. Dem Gewerkschafter zufolge muss sich der ehemalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch womöglich auf Schadenersatzforderungen einstellen. Das sagte Hofman der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Denn erst kürzlich hatte Piëch den Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn im Abgas-Skandal schwer belastet. Der VW-Großaktionär soll der Staatsanwaltschaft, die wegen Betrugsverdacht gegen Winterkorn ermittelt, erklärt haben, er selbst habe Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis erhalten, dass VW ein großes Problem in den USA habe - weil das Unternehmen mit einer Software die Abgaswerte manipuliere. Laut "Spiegel" soll Piëch Winterkorn darauf angesprochen haben.

"Mögliche Haftungsansprüche prüfen"

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Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn (links) und Ferdinand Piëch.
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Würde diese Aussage zutreffen, heißt es in dem Bericht weiter, dann stelle sich die Frage, "ob Professor Piëch seine Pflichten als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender erfüllt hat", so Hofman. "Dann sind mögliche Haftungsansprüche zu prüfen." Für Winterkorn gelte dasselbe. Noch immer ist die Frage, wann Winterkorn von den Abgas-Manipulationen wusste, nicht geklärt. Ihm wird vorgeworfen, zu spät über den Skandal informiert zu haben. Anleger fühlen sich um ihr Geld gebracht, weil mit Bekanntwerden des Skandals die VW-Aktie abstürzte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.02.2017 | 09:00 Uhr

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