Stand: 08.09.2020 14:19 Uhr

Corona bringt Friseur-Kette Klier in Bedrängnis

Ein Friseur kämmt die nassen Haare einer Kundin. © Colourbox Foto: Syda Productions
Die Zahl der Mitarbeiter und der Filialen kommt bei der Friseur-Kette Klier aus Wolfsburg auf den Prüfstand. (Themenbild)

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen in Niedersachsen ins Straucheln gebracht. Vor allem jene Geschäfte, die wochenlang überhaupt nicht öffnen durften - und bei denen danach die Kunden ausblieben. Jetzt hat es auch die Friseur-Kette Klier aus Wolfsburg getroffen, die mit deutschlandweit 1.400 Salons ein Branchenriese ist. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, hat das Unternehmen in der vergangenen Woche ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht beantragt. Das Familienunternehmen arbeitet nun an einem Sanierungsplan.

"Alles muss auf den Prüfstand"

Konkrete Zahlen will Thomas Feldmann, der für die Klier-Gruppe die Krisenkommunikation übernommen hat, derzeit nicht nennen. Ihm zufolge muss alles auf den Prüfstand: Die Zahl der Friseur-Salons ebenso wie die der bislang 9.200 Mitarbeiter. Der Konzern gibt derweil die Botschaft aus, nach vorne zu schauen und zeigt sich überzeugt, sich für die Zukunft rüsten zu können.

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Bundesagentur für Arbeit zahlt Löhne

In den kommenden Wochen soll es Gespräche mit Gläubigern, Banken, Vermietern, Lieferanten sowie den Beschäftigten geben. Geprüft werden soll, wie die Kette an zusätzliches Geld kommen oder wo Geld eingespart werden kann. Drei Monate lang hat der Konzern Zeit, einen Sanierungsplan aufzustellen, dem das Amtsgericht dann zustimmen muss. Während dieser Zeit übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter. Und zumindest so lange bleiben nach Angaben des Konzerns alle Salons geöffnet.

Was ist das Schutzschirmverfahren?

Das Schutzschirmverfahren wurde in Deutschland im März 2012 mit dem Ziel eingeführt, dass Unternehmen in Schieflage möglichst frühzeitig einen Insolvenzantrag stellen. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung bietet es dem Unternehmer die Chance, in Eigenverwaltung einen Sanierungsplan aufzustellen. Der Unternehmer verliert also nicht die Kontrolle über seinen Betrieb, sondern steht lediglich unter der Aufsicht von Insolvenzgericht und Sachwalter. Für drei Monate ist der Unternehmer vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. In dieser Zeit muss er ein Sanierungskonzept ausarbeiten.
Quelle: Industrie und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.09.2020 | 12:00 Uhr

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