Stand: 28.06.2019 19:12 Uhr

Batterie-Forschungsfabrik: Absage für Salzgitter

Im Wettbewerb um eine vom Bund geplante Batterie-Forschungsfabrik hat Salzgitter das Nachsehen. Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am Freitag bekannt gab, erhält Münster in Nordrhein-Westfalen den Zuschlag als Hauptstandort für das 500-Millionen-Euro-Projekt.

Thümler: "Hervorragende Voraussetzungen" in Salzgitter

Ein Statement von Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) gab es am Freitag nicht. Dafür meldete sich Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) zu Wort, der die Bewerbung Salzgitters von Anfang an unterstützt hatte. Die Entscheidung sei bedauerlich, so Thümler. Der vorgeschlagene Standort in der Automobil-Region Braunschweig und die Kompetenz der TU seien aus seiner Sicht hervorragende Voraussetzungen für die Ansiedlung der Forschungsfabrik gewesen. Das sieht auch Elisabeth Hoffmann, Sprecherin der Uni Braunschweig, so. Aber: "Solche Entscheidungen muss man natürlich akzeptieren. Gleichwohl sind wir durchaus sehr enttäuscht, dass diese Fabrik nicht in diese Region kommt. Wir hätten uns das sehr gewünscht und wir glauben auch, dass wir spitze aufgestellt sind in der Batterieforschung."

Ausbildungszentrum kommt nach Salzgitter

Ganz leer ausgehen soll Salzgitter allerdings nicht: Dort soll einerseits ein Batterie-Ausbildungszentrum entstehen, um Facharbeiter weiterzubilden. Darüber hinaus soll in Salzgitter schwerpunktmäßig zum Thema Recycling von Batterien geforscht werden. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Welche Dimension diese Aufgaben haben werden, ließ Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitagmorgen allerdings offen. Unberührt von der Entscheidung des Bundes bleibt laut NDR 1 Niedersachsen auch das Engagement von VW: Der Autohersteller hatte angekündigt, 900 Millionen Euro in eine Batterie-Zellenfabrik in Salzgitter zu investieren.

Forschungsministerin: "Sensible Entscheidung" für Münster

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Mit dem Ausbau der Batterieforschung will die Bundesregierung die Voraussetzung für Batteriezellfertigungen in Deutschland verbessern. Bislang kommen Zellen für Autobatterien nur aus Asien. Neben Niedersachsen hatten sich fünf weitere Bundesländer beim Bundesforschungsministerium für den Hauptstandort beworben: NRW mit Münster, Schleswig-Holstein mit Itzehoe, Bayern mit München, Sachsen mit Dresden und Baden-Württemberg mit Ulm. Für Münster habe letztlich das Recyclingkonzept gesprochen, sagte Forschungsministerin Karliczek am Freitag. Die Wiederverwertung soll in Ibbenbüren bei Münster aufgezogen werden. Karliczek, die selbst aus Ibbenbüren stammt, räumte ein, dass das Votum für Münster eine "sensible Entscheidung" gewesen sei. Sie persönlich habe sich aber aus der Diskussion, welcher Standort das Rennen macht, bis zum Ende herausgehalten, betonte die Ministerin.

Niedersachsen wollte 185 Millionen Euro investieren

Niedersachsens Landesregierung hatte im Mai den Standort Salzgitter für das Auswahlverfahren vorgeschlagen. Das Land kündigte zudem an, im Falle einer Wahl von Salzgitter, die Kosten für den Umbau eines rund 160.000 Quadratmeter großen Grundstücks in Höhe von 185 Millionen Euro zu tragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.06.2019 | 19:00 Uhr

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