Stand: 29.06.2020 22:07 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Anschlag in Einbeck: Panne beim LKA?

In Einbeck ist eine Straße mit Fachwerkhäusern zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Swen Pförtner
Bei dem Anschlag wurde der Briefkasten einer 41-Jährigen in Einbeck gesprengt. (Archivbild)

Im Fall des mutmaßlich rechtsextremistischen Anschlags auf eine 41-jährige Flüchtlingshelferin in Einbeck (Landkreis Northeim) hat es offenbar eine Panne beim Landeskriminalamt (LKA) gegeben. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sollen Ermittler des LKA bereits Anfang April die Wohnungen der zwei Verdächtigen durchsucht haben. Dabei seien Böller gefunden worden, die baugleich mit denen waren, die beim Anschlag in Einbeck verwendet wurden.

LKA bestätigt irrtümliche Bewertung

Eine Sprecherin des LKA bestätigte auf Anfrage von NDR.de die Sicherstellung der Böller. Diese seien wieder herausgegeben worden, da erste Ermittlungen ergeben hätten, dass der Erwerb legal sei. Erst später sei bekannt geworden, dass die Zulassung bereits 2018 widerrufen worden war. Die polizeiliche Bewertung sei irrtümlich gewesen, so die Sprecherin. Ob bei dem Sprengstoffanschlag ein "artgleicher Gegenstand" verwendet wurde, werde gegenwärtig geprüft. Weitere Angaben wollte sie aufgrund der laufenden Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Celle nicht machen.

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Verdächtige in Untersuchungshaft

Am 10. Juni sollen ein 26 Jahre alter polizeibekannter Rechtsextremist und ein 23-jähriger Komplize, einen Sprengsatz im Briefkasten der Frau gezündet haben. Da er offenbar zu früh detonierte, verletzte sich einer der mutmaßlichen Täter schwer an der Hand. Die Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Bisher hätten sie nicht gestanden, sagte der Celler Oberstaatsanwalt Bernd Kolkmeier.

Göttinger Abgeordneter fordert Untersuchung

Der Göttinger FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle will den Anschlag zum Thema im Innenausschuss des Deutschen Bundestags machen. Es solle geklärt werden, ob und wie sich die Polizeibehörden koordiniert hätten und was daraus zu lernen sei, sagte er.

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Das Objektiv einer Spiegelreflexkamera ist auf den Briefkasten einer antifaschistischen Aktivistin in Einbeck gerichtet, an dem Spuren eines Sprengstoffanschlags zu sehen sind. © dpa - Bildfunk Foto: Swen Pförtner

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.06.2020 | 16:00 Uhr

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