Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU). © picture alliance/dpa Foto: Julian Stratenschulte

Bistum Osnabrück: Havliza soll Missbrauchs-Aufarbeitung stärken

Stand: 26.04.2023 18:50 Uhr

Im Bistum Osnabrück soll die unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt verbessert und personell gestärkt werden. Unter anderem soll die frühere niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza dabei helfen.

Gemeinsam mit Esther de Vries vom Osnabrücker Kinderschutzbund verstärkt die ehemalige Ministerin als Expertin die ehrenamtliche Arbeit als externe Beraterin. Darüber informierten die externen Sprecher der sogenannten Monitoring-Gruppe im diözesanen Schutzprozess am Mittwoch. Mit diesen beiden Frauen und ihrer ausgewiesenen Expertise sei die Gruppe zukünftig in der Lage, noch stärker in den Prozess hineinwirken zu können, sagte Thomas Veen, einer der Vertreter der Monitoring-Gruppe. Laut Veen ist diese Gruppe für die Überwachung der Prozessregeln zuständig und soll Impulse zur Steuerung und Entwicklung des Schutzkonzeptes geben.

VIDEO: Nach Missbrauchsfällen: Osnabrücks Bischof Bode tritt zurück (26.03.2023) (7 Min)

Missbrauchs-Aufarbeitung: Kirche stellt 1,3 Millionen Euro bereit

Das Bistum Osnabrück hatte ein Team aus Rechtswissenschaftlern und Historikern beauftragt, die sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen auf seinem Gebiet seit 1945 zu untersuchen. Dafür stellte die Kirche 1,3 Millionen Euro bereit. Im Zwischenbericht zu dem auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt waren im September 2022 etliche Verstöße der katholischen Kirche im Umgang mit Betroffenen festgestellt worden. Bischof Franz-Josef Bode räumte kurz darauf "erhebliche Defizite und schwerwiegende Fehler" ein, die zum großen Teil in seiner Amtszeit gemacht worden seien. Vor einem Monat trat Bode zurück.

Weitere Informationen
Bischof Franz-Josef Bode spricht bei einer Pressekonferenz über einen Zwischenbericht der Universität Osnabrück zu sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück. © picture alliance/dpa Foto: Friso Gentsch

Osnabrücks Bischof Bode tritt zurück und räumt Fehler ein

Damit verzichtet erstmals ein katholischer Bischof in Deutschland im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen auf sein Amt. (26.03.2023) mehr

Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, spricht während eines Pressestatements. © picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow Foto: Sebastian Gollnow

Kommentar: Ein starker und respektabler Schritt von Bode

Der Rückzug des Osnabrücker Bischofs ist ein konsequenter Schritt in die richtige Richtung, sagt Florian Breitmeier. (26.03.2023) mehr

Bischof Franz-Josef Bode spricht bei einer Pressekonferenz über einen Zwischenbericht der Universität Osnabrück zu sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück. © picture alliance/dpa Foto: Friso Gentsch

Nach Missbrauchsstudie: Bistum Osnabrück sucht Ombudsperson

Bischof Bode hat Verbesserungen im Sinne der Betroffenen angekündigt. Was ist ein halbes Jahr später daraus geworden? (21.03.2023) mehr

Blick auf den Eingang des Doms St. Petrus in Osnabrück. © NDR Foto: Julius Matuschik

Weiteres mögliches Missbrauchsopfer meldet sich beim Bistum

Der Betroffene wirft einem ehemaligen Priester im Bistum Osnabrück sexuelle Gewalt vor. Der Vorfall liegt Jahre zurück. (25.01.2023) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 27.04.2023 | 07:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Eine Gewitterfront zieht über ein Windrad hinweg. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Schauer, Gewitter, Starkregen: Wieder Unwetter im Norden erwartet

Betroffen sind Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Bis zu 40 Liter pro Quadratmeter hält der DWD für möglich. mehr