Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme vom Krankenhaus Siloah Klinikum Region Hannover (KRH). © picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Appell von Krankenhäusern: Wirtschaftliche Hilfen gefordert

Stand: 02.09.2022 16:26 Uhr

Die Geschäftsführer von Kliniken der Bezirksarbeitsgemeinschaft Oldenburg/Aurich haben am Freitag die finanzielle Situation ihrer Häuser in der Region angemahnt. Sie wollen Hilfe von Bund und Land.

Die Krankenhäuser könnten die gegenwärtigen Preissteigerungen nicht an die Krankenkassen oder andere Kostenträger weitergeben. Das sei ein Nachteil gegenüber anderen Branchen. Die Krankenhausvergütungen dürften im Jahr 2022 maximal um 2,32 Prozent ansteigen. Nachverhandlungen seien im Gesetz nicht vorgesehen. Mehr als drei Viertel der niedersächsischen Krankenhäuser sind mittel- bis langfristig in ihrer Existenz bedroht, wie Umfragen der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft ergaben. Fraglich sei, wie die stationäre Versorgung unter den gegenwärtigen Bedingungen künftig flächendeckend und in hoher Qualität gewährleistet werden könne.

Krankenhäuser: Wichtige Investitionen bleiben liegen

Deshalb fordern die Geschäftsführer eine Reform der Krankenhausfinanzierung durch den Bund und eine dauerhafte Erhöhung der Investitionsmittel durch das Land. Wichtige Investitionen für Digitalisierung und Klimaschutz könnten die Krankenhäuser nach eigenen Angaben nicht mehr aus eigener Kraft aufbringen. Planbare Eingriffe müssten zudem wegen steigender Zahlen an Covid-19-Patienten und enormen Personalausfällen verschoben werden, soweit dies medizinisch vertretbar sei. Es zeichne sich ab, dass diese Eingriffe nicht in vollem Umfang nachgeholt werden können.

Kaum Fachkräfte verfügbar

Hinzu komme der Personalausfall durch erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der sich in den vergangenen Wochen fast verdoppelt hat, so die Geschäftsführer. Zusätzliches Personal lasse sich hingegen wegen der begrenzten Zahl an Fachkräften nur sehr schwierig gewinnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.09.2022 | 17:00 Uhr

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Gesundheitspolitik

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